Internatsförderung
8792 Wichtige Botschaft für „Sport- Dortmund“

„Wir kommen im Namen der gesamten Sportwelt in NRW, insbesondere derer, die am Nachwuchsleistungssport interessiert sind.“ Ein Satz mit Gewicht. Mit seiner Wortwahl machte Dr. Ingo Wolf den Stellenwert des Ortstermins im Dortmunder Sportinternat unmissverständlich klar. Die Einrichtung erhielt von der Sportstfiftung NRW die Plakette „Partner der Qualitätsoffensive“. Hinter rund 50 Kriterien hat die Stiftung nach eingehender Prüfung einen grünen Haken gesetzt. Die Plakette sendet nun plakativ eine Botschaft an die Sportwelt: Hier werden Nachwuchsathletinnen und -athleten hervorragend betreut und gefördert. „Das Dortmunder Sportinternat ist ein Ort, wo unser Verständnis dieser ganzheitlichen Förderung nicht nur geteilt, sondern in hervorragender Weise auch gelebt wird“, unterstrich der Vorstandsvorsitzender der Sportstiftung.

Im Rahmen der 2018 gestarteten Qualitätsoffensive erhält das Internat von der Sportstiftung NRW derzeit eine jährliche Unterstützung in Höhe von 50.000 Euro. Die Förderung stellt sicher, dass essenzielle Qualitätskriterien wie eine 24/7-Betreuung der Bewohner durch pädagogisches Fachpersonal oder Nachführunterricht umgesetzt werden können.

Die Stadt Dortmund unterstützt die Entwicklung des Internats mit einem Zuschuss von rund 220.000 Euro im Jahr 2022, erläuterte Sportdezernentin Birgit Zoerner. „Es ist eine wichtige Säule des Leistungssports in unserer Stadt.“ Zoerner nahm die Plakette stellvertretend entgegen. Bürgermeisterin Ute Mais ließ es sich nicht nehmen, den Termin zu begleiten. Sie wünscht sich mehr Marketing für das Internat und eine größere Lobby für den Leistungssport in ihrer Stadt: „Viele Dortmunder wissen noch nicht, dass wir ein Sportinternat haben. Das muss sich ändern“

28 Persönlichkeiten, viele schon Vorbilder

Zum neuen Schuljahr werden voraussichtlich 28 Talente aus den Disziplinen Leichtathletik, Handball, Schwimmen, Rudern und Eiskunstlauf im Internat wohnen und für Dortmunder Sportvereine an den Start gehen.

Ingo Wolf. „Uns ist es wichtig, dass diese Mädchen und Jungen mit einer besonderen leistungssportlichen Perspektive zu starken Persönlichkeiten und mündigen Athletinnen und Athleten heranwachsen können. Wir machen ihnen auf diesem Weg Angebote, die ihren Werdegang im Sport und in der Ausbildung unterstützen.“

„Sportlerinnen und Sportler sind häufig gute Vorbilder für andere Menschen. Wir sehen diesen Aspekt als besonders wichtig an,“ so Sportdezernentin Zoerner.

Viele Internatsbewohner verzeichneten bereits bemerkenswerte Erfolge bei internationalen Wettkämpfen. Allen voran: der U23-Europameister 2021 über die 5000-Meter-Distanz und Olympia-Zwölfte von Tokio Mohamed Mohumed. Der Athlet der LGO Dortmund wohnte bis 2020 im Sportinternat. Vereinskamerad Till Marburger belegte unlängst bei der Junioren-WM im Stabhochsprung Platz 6, Celina Springer (SG Dortmund) gewann Bronze mit der 4×100 m Freistilstaffel bei den Junioren-EM.

Aufgenommen werden Bewerber ab 14 Jahren. Die 38 Einzelzimmer und die Gemeinschafträume des Internats befinden sich auf einer Etage im Gebäudekomplex der WIHOGA Wirtschaftsschulen.

Handspiel mit Plakette: Internatsleiter Tim Niemeier, Birgit Zoerner, Ute Mais und Dr. Ingo Wolf.

Prüfkatalog verlangt breite Expertise

Mit ihrer Initiative Qualitätsoffesive sichert die Sportstiftung NRW einheitlich hohe Qualitätsstandards an Sportinternaten in Nordrhein-Westfalen. Der Prüfkatalog umfasst, dass Hausaufgabenhilfe, Nachführunterricht und ein Konzept zur Prävention sexualisierter Gewalt gewährleistet sind. Die Internatsbewohner müssen rund um die Uhr betreut sein. Verlangt sind Fachkräfte mit pädagogischer, sportpsychologischer, physiotherapeutischer und medizinischer Expertise.

Die Sportstiftung fördert nordrhein-westfälische Sportinternate mit mehr als 1 Mio. Euro p. a. Darunter fallen Stellen für Internatsleiter, pädagogisches und sportpsychologisches Fachpersonal sowie Projekte zur Berufsorientierung für die Bewohner. Ausgewählte Athletinnen und Athleten unterstützt die Stiftung mit bis zu 350 Euro im Monat, so dass ihr Internatsplatz maximal 300 Euro monatlich kostet. Sie können zusätzlich eine psychoedukative Ausbildung über das Programm „mentaltalent“ in Anspruch nehmen.

Bislang haben zehn Sportinternate die Plakette der Sportstiftung erhalten: Kamen, Dormagen, Köln, Leverkusen, Düsseldorf, Münster, Essen, Mülheim/Ruhr und nun auch Dortmund.

Foto oben: Die Schwimmer Celine Springer und Lukas Brockhaus leben mit 28 weiteren Nachwuchssportler*innen im Dortmunder Sportinternat.

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Categories: News Schlagwörter: , , , , , | Comments 7247 Plakette honoriert Mädchen-Internat des FLVW

Das FLVW-Mädcheninternat hat von der Sportstiftung NRW die Plakette „Partner der Qualitätsoffensive“ erhalten. Das Label zeigt an, dass die größten Talente des westfälischen Juniorinnen-Fußballs hervorragend betreut und gefördert werden. Die 2008 gegründete Einrichtung erfüllt einen rund 50 Punkte umfassenden Kriterienkatalog. Die Sportstiftung NRW fördert das FLVW-Mädcheninternat im Rahmen der Qualitätsoffensive derzeit jährlich mit 30.000 Euro.

FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski: „Ich bin sehr froh, dass wir diese tolle Einrichtung so betreiben können. Zurzeit spielen drei unserer ehemaligen Internatsspielerin in der Frauen-Nationalmannschaft. Mit der Plakette der Sportstiftung kommt nun eine weitere Anerkennung dazu.“ Lina Magull (FC Bayern München), Sjoeke Nüsken und Sophia Kleinherne (beide Eintracht Frankfurt) sind Absolventinnen des Kamener Internats.

Das Internat wird nicht nur als Sportschule, sondern auch als Lebensschule verstanden. Auch deshalb sind der Sportstiftung die verschiedenen Qualitätsmerkmale wichtig. „Die Vereinbarkeit von Sport und Beruf ist uns ein wichtiges Anliegen. Die meisten Sportlerinnen und Sportler können am Ende nicht ausschließlich von ihrem Sport leben. Umso wichtiger ist deshalb auch das persönliche Fortkommen“, sagt Dr. Ingo Wolf, Vorstandsvorsitzender der Sportstiftung NRW.

Mindestens „gute“ Schülerinnen

Mit Miriam Hils und Josefine Neß waren zwei langjährige Internatsschülerinnen bei der Plakettenübergabe dabei. „Wir sind wirklich gern hier. Die Bedingungen sind einfach optimal. Man kann sozusagen 24 Stunden Fußball spielen“, sagt Abwehrspielerin Neß vom FSV Gütersloh (2. Bundesliga). Im Internat leben derzeit elf junge Fußballerinnen in Wohngemeinschaften zusammen. Das Internat kooperiert mit dem Gymnasium Kamen, der Gesamtschule Kamen, der Fridtjof Nansen Realschule und der Hauptschule Kamen. Alle Schulen geben den FLVW-Talenten die Zeit und den Raum, auch während der Schulzeit an größeren Turnieren und Fortbildungen teilnehmen zu können. „Ich finde es schön, auf eine normale Schule gehen zu können und gleichzeitig einen Ort zu haben, an dem sich alles nur um Fußball dreht“, ergänzt Neß.

„Unsere Leistungssportlerinnen sind sehr gut organisiert und gute bis oft sogar sehr gute Schülerinnen. Bei größeren Turnieren stimmen wir uns zudem mit den begleitenden Pädagoginnen und Pädagogen ab, damit kein Unterrichtsstoff verloren geht. Das funktioniert sehr gut“, sagt Lars Wollny, Leiter des Kamener Gymnasiums.

Prüfkatalog verlangt breite Expertise

Mit ihrer Initiative Qualitätsoffesive sichert die Sportstiftung NRW einheitlich hohe Qualitätsstandards an Sportinternaten in Nordrhein-Westfalen. Der Prüfkatalog umfasst, dass Hausaufgabenhilfe, Nachführunterricht und ein Konzept zur Prävention sexualisierter Gewalt gewährleistet sind. Die Internatsbewohner müssen rund um die Uhr betreut sein. Verlangt sind Fachkräfte mit pädagogischer, sportpsychologischer, physiotherapeutischer und medizinischer Expertise.

Das FLVW-Mädcheninternat ist eine Eliteschule des Fußballs vom Deutschen Fußball-Bund. Bislang haben 9 Sportinternate die Plakette von der Sportstiftung NRW erhalten: Kamen, Dormagen, Köln, Leverkusen, Düsseldorf, Münster, Essen und Mülheim/Ruhr.

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Categories: News Schlagwörter: , , , , , , , | Comments 7126 Internat Dormagen besteht Prüfung einwandfrei

Wo Fechterin Léa Krüger zu sehen ist, löst sie ein Hochgefühl aus. Das gilt mittlerweile besonders für die Sportinternate im Land. Denn das Konterfei der Sportlerin ziert eine Plakette, die höchste Qualitätsstandards bei der Nachwuchsförderung bezeugt. Vergeben wird die Plakette von der Sportstiftung NRW, nachdem sie rund 50 Kriterien erfolgreich abgeprüft hat. Am 1. April war Léa Krügers früheres Zuhause an der Reihe, das Internat in Dormagen-Knechtsteden. Das Fotomodell der Sportstiftung nahm die Übergabe an Internatsleiter Henning Heinrichs höchstselbst vor. Die Einrichtung ist damit offiziell „Partner der Qualitätsoffensive“.

Optimieren, nicht maximieren

Den Internatsschülern vermittle diese Anerkennung eine klare Botschaft, freut sich Heinrichs: „Die Sportstiftung hat ein echtes Interesse, dass ein Projekt wie die Qualitätsoffensive inhaltlich gut funktioniert. Man hat vestanden, dass viel dazugehört. 50 Kriterien zeigen: Es ist komplex.“ Im Internat leben derzeit 36 Sportlerinnen und Sportler. Alle Zimmer sind belegt. Heinrichs. „Jeder hat jeden Tag das Anrecht, gut begleitet und versorgt zu werden. Wir pflegen eine familiäre Atmosphäre. Wir betrachten sie nicht als Kunden und uns nicht als Dienstleister.“

Volker Staufert, Vorstandsmitglied der Sportstiftung, hob hervor, dass „wir die Entwicklung hin zu mündigen Athletinnen und Athleten unterstützen, die in der Lage sind, Stellung beziehen zu können.“ Weiter: „Für ihren sportlichen, schulischen und persönlichen Werdegang wollen wir die bestmöglichen Rahmenbedingungen schaffen. Der Qualitätsoffensive kommt deshalb eine bedeutende Rolle zu. Das Sportinternat Knechtsteden erfüllt unsere Kriterien mustergültig.“ Heinrichs ergänzt: „Wir wollen den Jugendlichen Hilfe anbieten, aber ihnen nicht jeden Schritt abnehmen. Unsere Förderung optimieren, nicht maximieren “

Förderung angepasst an den Einzelnen

Der Prüfkatalog der Qualitätsoffensive umfasst, dass Hausaufgabenhilfe, Nachführunterricht und ein Konzept zur Prävention sexualisierter Gewalt gewährleistet sind. Die Internatsbewohner müssen rund um die Uhr betreut sein. Verlangt sind Fachkräfte mit pädagogischer, sportpsychologischer, physiotherapeutischer und medizinischer Expertise. „Die Förderung ist noch professioneller, noch besser an den einzelnen Athleten angepasst“, stellt Alumni Léa Krüger fest. „Vielleicht, weil früher die Mittel nicht vorhanden waren.“ Die 26-Jährige zog mit 15 Jahren ins Internat.

„Wird mich weit bringen“

Nachwuchsringerin Josefine Widmann (Jg. 2008) kam aus Waghäsel in Nordbaden nach Dormagen, Fechter Jarl Kürbis aus Garmisch-Partenkirchen und Sprinterin Lara Savu aus dem thüringischen Eisenach. „Wow, Dormagen ist weit weg“, erzählt Leichtathletin Lara und wagte nach anfänglicher Zurückhaltung den Umzug: „Es wird mich weit bringen.“ Josefine eifert ihrem Vorbild Denis Kudla nach, der auch ein Sportinternat besuchte. Eine „schnelle Mail an Henning“ später konnte sie zur Probewoche einziehen und durch die Nähe von Schule, Trainingsstätte und ihrem Zimmer „ihren Tagesablauf mehr selbstgestalten“. Aufgenommen werden Nachwuchstalente aus ganz Deutschland ab ca. 12 Jahren. Schwerpunktsportarten sind Säbelfechten, Handball, Leichtathletik, Ringen und Taekwondo.

Dass Dormagener Alumni auch abseits sportlicher Bühnen in Erscheinung treten und dem Bild des mündigen Athleten folgen, trifft zum Beispiel auf Léa Krüger zu. Sie engagiert sich als Athletenvertreterin im Deutschen Fechter-Bund sowie im Präsidium des Vereins Athleten Deutschland e.V. Sie trat in die Fußstapfen ihres Vereinskameraden beim TSV Bayer Dormagen, Maximilian Hartung. Der dreifache Olympiateilnehmer war Gründungspräsident von Athleten Deutschland. Seit September 2021 fungiert er als Geschäftsführer der Sportstiftung NRW.

Sportlich besonders erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen sind beispielweise auch die Handball-Nationalspieler:innen Tim Suton und Kim Braun. Ringerin Laura Mertens erkämpfte eine Bronzemedaille bei der Europameisterschaft (2017), Säbelfechterin Julika Funke wurde Vize-Weltmeisterin mit der Mannschaft (2019), Richard Hübers Teil des Säbelherrenteams bei den Olympischen Spielen in Tokio.

Das 2012 eröffnete Sportinternat ist in Trägerschaft des katholischen Norbert-Gymnasium e. V. – diese Konstellation mit einem privaten Schulträger ist einzigartig in NRW. Bislang haben 8 Sportinternate die Plakette von der Sportstiftung NRW erhalten: Dormagen, Köln, Leverkusen, Düsseldorf, Münster, Essen und Mülheim/Ruhr.

v.l. Carsten Colberg (Trägerverein), Internatsleiter Henning Heinrichs, die ehemalige Bewohnerin Léa Krüger, Max Hartung und Volker Staufert von der Sportstiftung NRW.
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Sportinternat Knechtsteden erhält Plakette für "Qualitätsoffensive" Categories: News Schlagwörter: , , , , , , | Comments 6581 Paderborner Internat bestätigt Top-Status

„Durch den Einzug ins Sportinternat wird nicht nur die sportliche Entwicklung bestmöglich begleitet, sondern auch die schulische und persönliche“, betont Marion Rodewald, Olympiasiegerin im Feldhockey (2004) und Vorstandsmitglied der Sportstiftung NRW. „Die Qualitätsoffensive ist ein bedeutender Teil unserer ganzheitlichen Förderstrategie. Wir freuen uns, dass sich in Paderborn ein weiterer Fixpunkt der olympischen Leistungssportförderung etabliert.“ Mit ihrer Initiative setzt die Sportstiftung NRW einheitlich hohe Standards an allen geprüften Sportinternaten in Nordrhein-Westfalen durch.

43 aus 7

Momentan wohnen 43 Talente aus sieben Sportarten in der Fördereinrichtung – darunter die Schwerpunktsportarten Baseball, Basketball, American Football und Fußball. Aber auch Talente aus der Leichtathletik und vom Volleyball haben mittlerweile ihren Lebensmittelpunkt am Internat. Das Mindestalter, um aufgenommen zu werden, beträgt 14 Jahre.

Bemerkenswerten Erfolge der Athlet*innen unterstreichen die gute Förderung: So wurde Sprinter Marvin Orthmann bei der U20 Jugend-DM 2021 kürzlich Dritter über 100 Meter. Squashspielerin Lea-Iris Murrizi gewann den nationalen Titel in der Altersklasse U17. Der Baseballer Marco Cardoso schaffte den Sprung vom Internat in den Profisport. Cardoso wurde von den Bosten Red Sox in der US-amerikanischen Major League unter Vertrag genommen und Luke Wentz schrieb als erster europäischer Quarterback an einem Division-1-College Football-Geschichte. Vor dem Auszug können die Bewohnerinnen und Bewohner des Internats durch den sogenannten Übergangsplatz die Selbstständigkeit vorantreiben.

Pluspunkte durch Ernährungsberaterin

„Unser Ziel ist es, ein familiäres und von Offenheit geprägtes Umfeld zu schaffen, um Entwicklungspotenziale im Rahmen unserer ganzheitlichen Talentförderung zu entfalten. Wir bedanken uns bei der Sportstiftung NRW für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und sind froh, dass unser hoher Aufwand, auch angesichts der guten Kooperation mit unseren Partnerschulen und Partnervereinen, in einer solchen Anerkennung mündet“, freut sich Internatsleiter Matthias Hellmig über die neue Plakette.

Die Prüfung der Sportstiftung NRW stellt sicher, dass die Bewohner 24/7 von pädagogischen Fachkräften betreut und sportpsychologisch, medizinisch wie physiotherapeutisch umsorgt werden. Nachführunterricht, Hausaufgabenbetreuung und ein Konzept zur Prävention sexualisierter Gewalt sind weitere Pflichtkriterien. Pluspunkte sammelt Paderborn in Sachen Ernährung: Nele Henkel ist die deutschlandweit erste festangestellte Oecotrophologin an einem Sportinternat.

Bisher haben 6 Sportinternate in Köln, Leverkusen, Düsseldorf Münster, Essen und Mülheim a.d.R. die Plakette der Sportstiftung erhalten.

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Categories: News Schlagwörter: , , , , , | Comments 5784 Essener Qualität plakettiert

Gemischte Zimmer sind sehr beliebt. Kanuten mit Handballern, Fußballerinnen mit Schwimmerinnen, Triathleten mit Ruderern. „Dann hat man sich abends, nach Schule und Training immer etwas Neues zu erzählen“, weiß Sabine Böcker. Im Sport- und Tanzinternat Essen wohnen 50 Nachwuchssportler*innen zwischen 14 und 21 Jahren. Die Vorzüge der Sportartenvielfalt haben die meisten längst erkannt. „In der Schule muss man sein, bei uns darf man sein“, fasst Internatsleiterin Böcker mit einem Augenzwinkern zusammen.

„Wir tragen dafür Verantwortung, dass diese Jugendlichen ihre hohen sportlichen Ambitionen in einem physisch und mental geschützten Rahmen verfolgen können“, erklärt Gisela Hinnemann, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sportstiftung NRW. „Unterstützung im Sportinternat ist für ihre Zukunft in jeder Hinsicht fundamental.

Die Stiftung fördert den Internatsstandort Essen im Rahmen der Qualitätsoffensive jährlich mit 46.500 Euro. Dahinter steht eine ganzheitliche Strategie. Das Internat kann dadurch essentielle Kriterien für seine Bewohner*innen erfüllen, zum Beispiel eine Rund-um-die Uhr-Betreuung durch pädagogische Fachkräfte oder Unterstützung bei schulischen Aufgaben durch Hausaufgabenhilfe und Nachführunterricht. Die hohen Standards werden jetzt durch eine Plakette der Sportstiftung NRW symbolisch belegt.

„Jeder Athlet muss auch für die Zeit nach der Sportkarriere gewappnet sein“, sagt Gisela Hinnemann, die zwischen 2006 und 2009 als Lehrerin für Mathematik Sportklassen am benachbarten Helmholtz-Gymnasium unterrichtete und Sportler am Internat nachmittags betreute. Das Gymnasium und die Elsa-Brändström-Realschule sind Partner im Verbundsystem der Eliteschulen des Leistungssports. 2013 kürte der Deutschen Olympischen Sportbund diesen Schulverbund zur Eliteschule des Jahres.

Horst Melzer, Geschäftsführer des Internats: „Das Sport- und Tanzinternat ist ein Aushängeschild für Essen und für die duale Karriere junger Talente in Leistungssport und Ausbildung. Alle Absolvent*innen legen bei uns einen qualifizierten Schulabschluss ab.“

Fußballerin Turid Knaak gelang mit Beginn ihrer Internatszeit in Essen eine beispielhafte duale Karriere. Sie wurde Nationalspielerin und promovierte in diesem Jahr sogar an der Universität zu Köln (Sonderpädagogik). Damit ist sie die erste aktive deutsche Fußball-Nationalspielerin mit Doktortitel.

Andere prominente Vorbilder aus der Rüttenscheider Talentschmiede sind Kanute Max Rendschmidt, der in Rio und Tokio drei olympische Goldmedaillen gewann. Jakob Schneider ruderte mit dem Deutschland-Achter zu Olympia-Silber, ist Welt- und Europameister. Auch Schwimmer Marius Kusch (Europameister 100m Schmetterling 2019) war bei den Olympischen Spielen dabei. Dorthin möchte in Zukunft Rosalie Kleyboldt. Die Jugend-Europameisterin wohnt aktuell noch im Internat.

Wir sind viele – Die ehemaligen Bewohner*innen des Sport- und Tanzinternats in Essen.

1 Million im Jahr

Das im Jahr 2007 eröffnete Vollzeitinternat beherbergt Nachwuchs aus den olympischen Sportarten Schwimmen, Triathlon, Kanu, Rudern, Handball und Frauenfußball. Aufgenommen werden ausschließlich Angehörige eines Bundeskaders sowie herausragende NRW-Landeskader. Träger des Internats ist der Verein „Sport- und Tanzinternat e. V“ mit seinem Vorsitzenden Christian Hülsmann.

Die Sportstiftung fördert nordrhein-westfälische Sportinternate pro Jahr mit ca. 1 Million Euro. Darunter fallen Stellen für Internatsleiter, pädagogisches und sportpsychologisches Fachpersonal ebenso wie Projekte zur Berufsorientierung. Besonders talentierte Athlet*innen unterstützt die Sportstiftung zusätzlich mit einer Individualförderung von durchschnittlich 200 Euro pro Monat. Internatskosten können auf maximal 300 Euro monatlich gedeckelt werden.

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Sport- und Tanzinternat Essen erhält die Plakette "Partner der Qualitätsoffensive". Im Bild: Sabine Böcker (Internatsleitung), Christian Hülsmann (Vorsitzender des Trägervereins des Internats), Gisela Hinnemann (stv. Vorstandsvorsitzende der Sportstiftung NRW) und Horst Melzer (Geschäftsführer Internat) Categories: News Schlagwörter: , , , , , , , | Comments 5783 FC-Internat erstklassig

Teresa Rohner ist Teamleiterin von aktuell 49 Jugendlichen im FC-Sportinternat – Fußballer aus den Jugendmannschaften des 1. FC Köln, Eishockeyspieler vom KEC und Nachwuchsathlet*innen aus den olympischen Sportarten Judo, Turnen, Hockey, Radsport und Boxen. Köln ist deutschlandweit eines der wenigen Internate mit dieser heterogenen Zusammensetzung. 20 Internatsplätze sind ständig für Talente des Olympiastützpunkts NRW/Rheinland (OSP) reserviert.

„Alle profitieren und lernen voneinander und es macht das Zusammenleben vielfältiger und bunter“, erklärt Internatsleiterin Rohner. „Wichtig für uns ist, dass die Sportlerinnen sich im Internat wohlfühlen und sie über den Sport und das Schulische hinaus Lebenskompetenzen entwickeln.“

Träger des im Jahr 2003 gegründete Internats ist der 1. FC Köln. Geschäftsführer Alexander Wehrle sagt: „Wir legen großen Wert darauf, dass die Werte unseres Vereins im Internat vermittelt und gelebt werden. Das Miteinander so vielfältiger und ehrgeiziger junger Menschen aus verschiedenen Sportarten basiert auf gegenseitiger Unterstützung, Toleranz und Fairness.“

„Ein festes Fundament gießen“

Die Qualitätsprüfung der Sportstiftung NRW hat die Einrichtung bestanden, verkündete der Vorstandsvorsitzende Dr. Ingo Wolf: „Wir sehen uns als Sportstiftung in der Verantwortung, unseren herausragenden Talenten in Nordrhein-Westfalen alle Entwicklungsmöglichkeiten zu öffnen – sportlich wie schulisch. Mit der Qualitätsoffensive setzen wir unsere ganzheitliche Förderstrategie in die Praxis um. Die Zeit im Sportinternat ist richtungweisend. Wenn wir Athletinnen und Athleten in dieser Phase stärken, gießen wir ihrer Laufbahn in Leistungssport, Ausbildung und Beruf ein festes Fundament.“

Michael Niedrig, Geschäftsführer des Internats: „Der Weg vom Toptalent zum professionellen Leistungssportler ist ein langer Weg und ganz individuell von unterschiedlichen Herausforderungen geprägt. Diese Gesamtentwicklung gilt es ebenso individuell zu fördern und zu begleiten.“

Von Apetz bis Wickler

Viele mittlerweile namhafte Sportler*innen haben die Kölner Talentschmiede als Sprungbrett genutzt. Boxerin Nadine Apetz, Beachvolleyballer Clemens Wickler, Judoka Johannes Frey und Moritz Plafky nahmen in diesem Jahr an den Olympischen Spielen in Tokio teil. Die Judoka holten mit der Mannschaft die Bronzemedaille. Aus dem FC-Nachwuchsleistungsbereich haben zuletzt die Spieler Jan Thielmann, Noah Katterbach, Sava Cestic und Tim Lemperle den Sprung zu den FC-Profis geschafft. Die Eishockeyspieler Kevin Niedenz und Leo Hafenrichter wurden nach Kanada (OHL) gedraftet.

Das FC-Sportinternat wird im Rahmen der „Qualitätsoffensive“ mit jährlich 62.000 Euro gefördert.

FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle vor der Alumni-Wand des Sportinternats.

50 Qualitätsmerkmale

„Mit ihrer Initiative „Qualitätsoffensive“ zielt die Sportstiftung NRW auf einheitlich hohe Standards an allen geprüften Sportinternaten in Nordrhein-Westfalen. Dazu gehört eine 24-Stunden-Betreuung durch pädagogische Fachkräfte an sieben Tagen in der Woche. Jeder Bewohner wird sportpsychologisch, medizinisch und physiotherapeutisch umsorgt. Die unabhängige Prüfung der Sportstiftung stellt zudem sicher, dass die Internatsschüler präventiv vor sexualisierter Gewalt geschützt werden und in ihrer schulischen Ausbildung durch Hausaufgabenbetreuung und Nachführunterricht bestmöglich unterstützt werden. Insgesamt hat die Sportstiftung rund 50 Qualitätskriterien entwickelt und geprüft.

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Alexander Wehrle, Dr. Ingo Wolf, Teresa Rohner Categories: News Schlagwörter: , , , , , , , , | Comments 5739 24/7 für Tischtennis-Talente

„Die Profis wissen genau wer hier wohnt“, versichert Ildiko Imamura. Durch die Fenster in der großen Wohnküche im Tischtennis-Internat schaut sie in den gegenüberliegenden Kraftraum. Die Nachwuchsspieler*innen haben ihre Vorbilder direkt vor Augen. „Niemand hat hier Berührungsängste“, erklärt die Pädagogische Leiterin.

„Dimitrij korrigiert oft an der Nachbarplatte“, erzählt Sportdirektor Richard Prause vom Deutschen Tischtennis Bund. Olympia-Held Ovtcharov nimmt Talente an die Hand. Das lässt er sich selbst während seiner eigenen Trainingszeit nicht nehmen. „Die erfolgreiche Entwicklung von Dimitrij, Nina Mittelham oder Paralympics-Fahrerin Sandra Mikolaschek zeigt, wir sind auf dem richtigen Weg“, sagt Prause. Alle drei Top-Sportler*innen sind im Tischtennis-Internat gereift. Alle trainieren weiterhin am Deutschen Tischtennis Zentrum (DTTZ) in Düsseldorf, an ihren Wurzeln. Die Einrichtung ist vollständig barrierefrei.

Qualitätsoffensive bewirkt „Quantensprung“

Die Einrichtung lockt Talente aus ganz Deutschland nach NRW. Ein „Quantensprung“, so Prause, war die Einführung der Wochenendbetreuung vor etwa zwei Jahren. „Wir mussten die Kinder und Jugendlichen freitags immer nach Hause schicken – bis Freiburg oder Hamburg – oder haben ihnen Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe bei Kumpels besorgt“, erklärt Ildiko Imamura. Manchmal opferten die Mitarbeiter ihre Freizeit und übernachteten im Internat, damit Spieler auch samstags Physio- und Arzttermine oder Turniere in NRW wahrnehmen konnten, aber der Aufsichtspflicht immer Genüge getan war.

Die 24/7-Betreuung ist in Düsseldorf inzwischen Standard, so wie in vielen führenden asiatischen Tischtennisnationen. Die Sportstiftung NRW fördert im Rahmen ihrer Qualitätsoffensive unter anderem Stellen für pädagogisches Fachpersonal, das die Internatsbewohner*innen rund um die Uhr betreut. Darüber hinaus erfüllt die Einrichtung am DTTZ rund 50 weitere Qualitätskriterien: von der Ernährungsberatung bis zum Nachführunterricht. Die Sportstiftung hat das Tischtennis-Internat deshalb als „Partner der Qualitätsoffensive“ anerkannt.

Vorstandsmitglied Volker Staufert überbrachte die Partnerplakette: „Manchmal braucht man, trotz großer Eigenmotivation, den Impuls von außen. Die Sportstiftung verfolgt eine ganzheitliche und individuelle Förderstrategie. Wir wollen jugendliche Talente in den richtungsweisenden Phasen ihrer Entwicklung bestärken, indem wir für sie bestmögliche Rahmenbedingungen schaffen und ihnen Perspektiven im Verbundsystem von Leistungssport, Schule und Ausbildung aufzeigen.“

Das Tischtennis-Internat wird durch die Qualitätsoffensive mit jährlich 105.000 Euro von der Sportstiftung NRW gefördert.

Richard Prause, Sportdirektor des DTTB

Mehr Möglichkeiten

„Für die derzeit acht im Internat lebenden Tischtennisspieler*innen bedeutet die Qualitätsoffensive konkret: zusätzliche Trainingseinheiten an Wochenenden und mehr Zeit, um Unterricht nachzuarbeiten. Die Möglichkeiten werden einem echten Zuhause gerecht. Richard Prause: „In der Nachwuchsförderung ist es immens wichtig, die Persönlichkeitsentwicklungen der Sportlerinnen und Sportler mit den schulischen sowie sportlichen Entwicklungen im Sinne der Dualen Karriere unter einen Hut zu bringen. Im Deutschen Tischtennis-Internat wird auf genau diese Kombination geachtet mit dem Ziel die nächsten EM-, WM- und Olympiamedaillengewinner zu schmieden. Die Sportstiftung ist bei diesem Prozess ein starker und absolut verlässlicher Partner an unserer Seite.“

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Categories: News Schlagwörter: , , , , , , , | Comments 5471 Qualitäts-Plakette für Leverkusen und Mülheim

Die Qualitätsoffensive zielt darauf, dass Talente an allen beteiligten Sportinternaten Nordrhein-Westfalens die gleichen hohen Standards vorfinden. Dazu zählen eine 24/7-Betreuung durch pädagogische Fachkräfte genauso wie die sportpsychologische, medizinische und physiotherapeutische Umsorgung, eine Ernährungsberatung, regelmäßiger Nachführunterricht und ein Konzept zur Prävention sexualisierter Gewalt. Insgesamt wurden rund 50 Kriterien überprüft.

Das Sportinternat Leverkusen wird im Rahmen der Qualitätsoffensive jährlich mit 35.000 Euro gefördert. Hier wohnen Athlet*innen ab 16 Jahren in sozialpädagogisch betreuten Wohngemeinschaften. Das Badmintoninternat kommt auf 90.000 Euro Unterstützung im Jahr. „Wir haben unsere Förderung aufgrund der Qualitätsoffensive an diesem Standort in den letzten Jahren verdoppelt“, erklärt Gisela Hinnemann, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sportstiftung NRW.

Einheitliche Standards

„Wir tragen Verantwortung gegenüber den Nachwuchsathletinnen und -athleten, die als Jugendliche ihr Elternhaus verlassen, um sich auf eine Karriere im Leistungssport zu konzentrieren“, sagt Anke Feller. „Während dieser Zeit legen sie den Grundstein für ihre schulische und berufliche Laufbahn. Sie stellen sich einer doppelten Belastung.“ Die ehemalige Weltklasse-Leichtathletin (Weltmeisterin 4 x 400 Meter-Staffel, 1997) ist die zweite stellvertretende Vorstandsvorsitzende. Feller nahm die Plaketten-Würdigung die Leverkusener Einrichtung von Internatsleiterin Steffi Nerius vor. „Mit unserer Initiative für flächendeckend einheitliche Qualitätsstandards stellen wir sicher, dass diese Talente frühzeitig die bestmögliche Unterstützung für ihre Entwicklung erfahren“, erläuterte Gisela Hinnemann bei der Übergabe am Badmintoninternat. Dessen Leiter Alexander Müller betreut derzeit 13 Bewohner*innen mit seinem Team.

Olympia und Paralympics zeigen beste Beispiele

An Vorbildern dürfte es den jugendlichen Sportler*innen in Leverkusen und den Badminton-Assen in Mülheim a. d. Ruhr nicht mangeln. Bei den Olympischen Spielen waren einige ehemalige Internatsschüler am Start, etwa die Deutsche Meisterin im Badminton-Einzel Yvonne Li und Stabhochspringer Bo Kanda Lita Baehre. Der Paralympics-Sieger von Rio, Felix Streng (4 x 100 Meter-Staffel), will in Tokio in Kürze an seine Erfolge anknüpfen. Die Karriere dieser drei gereiften Talente nahm im Sportinternat Fahrt auf. In Leverkusen werden die Schwerpunktsportarten (Para-) Leichtathletik, Fechten, Frauenhandball und Frauenfußball gefördert.

Gisela Hinnemann, stellv. Vorsitzende der Sportstiftung NRW, durfte die Plakette an Holger Hasse, Geschäftsführer des Badmintonverbandes NRW, und sein Team überreichen. Links: Internatsleiter Alexander Müller.

Die Sportstiftung NRW fördert nordrhein-westfälische Sportinternate pro Jahr mit zirka 1 Mio. Euro. Darunter fallen Stellen für Internatsleiter, pädagogisches und sportpsychologisches Fachpersonal ebenso wie Projekte zur Berufsorientierung. Besonders talentierte Athlet*innen unterstützt die Sportstiftung zusätzlich mit einer monatlichen Individualförderung von durchschnittlich 200 Euro. Die Monatsbeiträge in Sportinternaten können von der Stiftung zudem auf maximal 300 Euro gedeckelt werden.

Bereits im April hatte das Sportinternat Münster die Plakette „Partner der Qualitätsoffensive“ erhalten.

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Categories: News Schlagwörter: , , , , , , , , , | Comments 4645 Fernziel Olympia

Der Blick ist unverbaut. Wenn Felipa Herrmann aus dem Fenster ihres Zimmers schaut, kann sie die Schwimmhalle sehen, in der sie wöchentlich mehrere Stunden verbringt. „Das motiviert mich. Es ist schön, andere Athleten schwimmen zu sehen“, sagt die 16-Jährige. Sie gehört zu den besten Nachwuchstriathlet*innen Deutschlands und ist im Nachwuchskader der Deutschen Triathlon Union (DTU). Auch der Sportplatz ist nur einen Fußmarsch entfernt. „Da die Wege sehr kurz sind, habe ich mehr Zeit für das Training. Wenn ich noch zu Hause wohnen würde, wäre es viel schwieriger.“

Das ist nur einer von vielen Gründen, warum Felipa im Alter von nur 13 Jahren von ihrem Heimatort Stolberg ins Sport- und Tanzinternat nach Essen gezogen ist. Dass sie diesen Weg eingeschlagen hat, ist durchaus bemerkenswert, im Prinzip sei es aber „eigentlich nur logisch“ gewesen, „weil ich schon immer sehr selbstständig war und mich gut in Gruppen integrieren kann“. Das wichtigste Argument für den Umzug war, „dass ich dort die besten Trainingsmöglichkeiten vorgefunden habe“. In Essen befindet sich der Landesstützpunkt Triathlon, jede Einheit wird vom Landes- oder Stützpunkttrainer begleitet. Das sei schon etwas ganz Besonderes. „Vorher hatte ich keinen festen Triathlon-Trainer“, sagt Felipa, die schon sehr früh sehr diszipliniert und engagiert ihrer Sportart nachgegangen ist.

„Die hohe Trainingsfrequenz fällt einem hier leichter, weil alle sehr fokussiert sind.“

Nicht nur Papa wird abgehängt

Beim Stolberger SV hat sie das Schwimmen gelernt, im zarten Alter von vier Jahren, später hat sie sich auch der Leichtathletik-Gemeinschaft Stolberg angeschlossen. Und so wurde der Schwerpunkt dann irgendwann fast zwangsläufig in Richtung Triathlon verschoben. „Das hat sich so ergeben, zumal meine Eltern auch Triathleten sind.“ Felipa startet in normalen Zeiten für den Brander SV, zusätzlich hat sie noch ein Zweitstartrecht für die Bundesliga. Pandemiebedingt ist sie für das Kölner Triathlon-Team 01 zwar erst einmal ins Wasser, auf das Fahrrad und die Laufstrecke gegangen. Aber das überaus erfolgreich: Beim Wettkampf in Saarbrücken Mitte September landete sie – als 15-Jährige in einem Feld mit deutschen und ausländischen Topathlet*innen – auf Rang zehn und überraschte damit die Konkurrenz.

Ihre rasante Entwicklung hat ihr eine Einladung zu einem DTU-Lehrgang eingebracht, im Bundesleistungszentrum für Spitzensportler in Kienbaum trainierte sie im Februar schon zum zweiten Mal mit Bundestrainer Thomas Möller und 18 weiteren Triathlon-Talenten. „Die Tage waren sehr abwechslungsreich – und abends ist man dann glücklich, aber erschöpft ins Bett gefallen.“

Bis zu 20 Stunden Training pro Woche

Die Schwimm- und Laufspezialistin ist froh, dass sie ihrer Leidenschaft auch während der Lockdowns nachgehen kann und nicht in ihrer Entwicklung ausgebremst wird, „auch wenn mir die Wettkämpfe natürlich fehlen“.

Beim ersten Lockdown sei die Situation ein bisschen spezieller gewesen, „damals sind wir mit einem Zugseil in einem Pool geschwommen“. Zwischen 14 und 20 Stunden trainiert sie wöchentlich. Sogar am Wochenende, wenn sie bei ihren Eltern ist, wird keine Trainingspause eingelegt, mit ihrem Vater ist sie regelmäßig auf dem Rad unterwegs. „Mittlerweile muss sich mein Vater allerdings schon anstrengen, damit ich ihn nicht abhänge“, sagt sie und lacht. Auch die kleine Schwester, die dem NRW-Kader Triathlon angehört, zählt zu ihren Trainingspartnern.

Felipa Herrmann laufend

Das Internat schweißt zusammen

Felipa besucht das benachbarte Helmholtz-Gymnasium in Essen, eine Eliteschule des Sports. Die hohe Trainingsfrequenz stört die angehende Abiturientin nicht, „auch wenn ich natürlich weniger Freizeit als normale Teenager habe. Aber es fällt einem hier leichter, weil alle sehr fokussiert sind.“ Ohnehin hat sie das Leben im Vollzeitinternat kennen und schätzen gelernt, und das ging ziemlich schnell. „Das Gemeinschaftsgefühl ist toll. Viele haben das gleiche Ziel, obwohl sich die Sportarten unterscheiden. Das schweißt zusammen und es entstehen häufig gute Freundschaften.“

Nahziele sind in diesen merkwürdigen Zeiten schwierig, ein Fernziel hat Felipa dann aber doch. „Ich will irgendwann gerne mal zu den Olympischen Spielen. Aber das ist ein großes Ziel und steht ganz am Ende eines weiten Weges.“ Finanzielle Hilfe erhält sie von regionalen Unterstützern sowie von der Sportstiftung NRW, die mit dem Förderbaustein „Internat“ Felipas monatliche Kosten deutlich und zuverlässig in Grenzen hält. „Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt die 16-Jährige.

Felipa Herrmann sicherte sich 2020 Platz eins beim dezentralen Swim & Run der Zweiten Liga. Sie gewann das Junioren-Rennen bei den Arena Games der Superleague in Rotterdam. 2019 hatte Felipa mehrere Ausrufezeichen gesetzt: Sie wurde in ihrer Altersklasse NRW-Meisterin Swim & Run und im Triathlon. Sie durfte sich Deutsche Vizemeisterin und Deutsche Mannschaftsmeisterin nennen und beendete den DTU-Gesamtcup Triathlon auf Platz zwei.

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Felipa Herrmann, Triathletin Categories: Story Schlagwörter: , , , , | Comments 4433 Qualitäts- Zeugnis für Sportinternat Münster

Die Qualitätsoffensive der Sportstiftung zielt darauf, dass Talente an allen beteiligten Sportinternaten Nordrhein-Westfalens die gleichen hohen Standards vorfinden. Dazu zählen eine 24/7-Betreuung durch pädagogische Fachkräfte genauso wie die sportpsychologische, medizinische und physiotherapeutische Umsorgung, eine Ernährungsberatung, regelmäßiger Nachführunterricht und ein Konzept zur Prävention sexualisierter Gewalt. Insgesamt wurde die Einrichtung auf rund 50 Kriterien überprüft. Das Sportinternat Münster wird im Rahmen der Qualitätsoffensive jährlich mit 50.000 Euro von der Sportstiftung NRW gefördert.

Sportstiftung-Vorstand Ute Schäfer, Internatsleiterin Ruth Funk und Karin Reismann vom Trägerverein (Verein zur Förderung d. Leistungssport in Münster)

Grundstein für die Karriere legen

„Das Sportinternat trägt eine große Verantwortung gegenüber den Bewohnerinnen und Bewohner sowie ihren Eltern“, sagt Ute Schäfer, Vorstandsvorsitzende der Sportstiftung NRW. „Hier legen sie den Grundstein für ihre schulische, berufliche und leistungssportliche Laufbahn. Mit unserer Qualitätsoffensive stellen wir sicher, dass die Nachwuchssportler*innen frühzeitig die bestmögliche Unterstützung in ihrer persönlichen Entwicklung erfahren.“

Für Ute Schäfer war das Arbeitstreffen im Sportinternat Münster einer der letzten Termine als Vorsitzende des Vorstands. Bei der Kuratoriumssitzung im Mai stellt sie sich nach fünf Jahren Amtszeit nicht mehr zur Wahl.

„Wir sichern die bestmögliche Unterstützung für die persönliche Entwicklung zu.“

Ute Schäfer, Vorstandsvorsitzende

Viele Vorbilder für Münsteraner Talente

Vorbilder haben die derzeit 24 Bewohnerinnen und Bewohnern reichlich. Für viele Ehemalige hat in Münster eine große Karriere begonnen: Louisa Lippmann ist heute Leistungsträgerin in der Volleyball-Nationalmannschaft und spielt in der russischen Liga für Lokomotive Kaliningrad; auf Sand ist Kim Behrens amtierende Vize-Europameisterin. Ruderer Yannik Sacherer wurde 2017 U19-Weltmeister mit dem deutschen Achter, Abbas Baraou boxte sich im selben Jahr zu EM-Gold und WM-Bronze im Weltergewicht. Münster zählt bisher 105 Alumni. In das Internat aufgenommen werden ausschließlich Athlet*innen aus einem Nachwuchskader (NK1 oder NK2) sowie herausragende Landeskader.

Die Sportstiftung NRW fördert die nordrhein-westfälischen Sportinternate pro Jahr mit zirka 1 Mio. Euro. Darunter fallen Stellen für Internatsleiter, pädagogisches und sportpsychologisches Fachpersonal ebenso wie Projekte zur Berufsorientierung. Besonders talentierte Athlet*innen unterstützt die Sportstiftung zusätzlich mit einer monatlichen Individualförderung ab 200 Euro – in Münster aktuell aus den Sportarten Volleyball und Rudern.

App für Internate in der Entwicklung

Eine Arbeitsgruppe der NRW-Sportinternate trägt die Ziele der „Qualitätsoffensive“ mit. Mitinitiator war Münster um Internatsleiterin Ruth Funk: „Wir tauschen uns regelmäßig aus, um unsere Qualitätsstandards in Kooperation mit der Sportstiftung sukzessiv weiter zu verbessern.“ Das jüngste Projekt ist eine gemeinsame App, welche die Mitarbeiter der Internate bei der zeitaufwändigen Dokumentationspflicht entlasten soll.

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