Sport verbindet: Beim Alumni-Netzwerktreffen von Sportstiftung NRW und WestLotto auf der Bezirkssportanlage der RSG Krefeld-Gartenstadt standen inklusive Highland Games in NRW auf dem Programm. Ehemalige Spitzenathlet*innen traten gemeinsam mit Sportlern mit Handicap an – ein starkes Zeichen für gelebte Inklusion im Sport.
Im Mittelpunkt stand das inklusive Sportprojekt der Uerdinger Highlander e.V., bei dem Menschen mit und ohne Handicap trainieren dort regelmäßig Disziplinen des schottischen Highland Sports. Das Projekt ist in Nordrhein-Westfalen einzigartig und lebt vom großen ehrenamtlichen Engagement.
„Am Ende geht es immer um das gleiche Ziel: das Glücksgefühl, etwas geschafft zu haben – ob mit oder ohne Hilfe, spielt keine Rolle“, erklärt Frank Langen, Vorsitzender der Uerdinger Highlander und Initiator der Inklusionssportgruppe. „Dieses Gefühl ist unersetzlich – wie ein kleiner Olympiasieg. Unsere Sportlerinnen und Sportler erfahren Anerkennung, bekommen Schulterklopfen, gewinnen Selbstvertrauen. Sie sind mitten im Leben – und haben Freude am Sport. Genau das zählt.“
Highland Games in NRW boomen
Nordrhein-Westfalen gilt als Hochburg des Highland Sports, der maßgeblich von Gemeinschaftssinn lebt. „Wir sind eine große Familie“, betont Mike Lierenfeld vom Clan der Black Mill Knights (AC Ückerath) aus Dormagen. Bei jedem Training unterstützen Athletinnen und Athleten aus der ganzen Region die Inklusionsgruppe.
„Der Highland-Sport boomt – und zwar auch im Bereich des Ehrenamts“, sagt Frank Langen. Ein Jahr lang baute er das Projekt in vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit auf. Alle Aktiven gewann er über die Lebenshilfe Krefeld. Die sportlichen Anforderungen werden pragmatisch an die unterschiedlichen Handicaps angepasst – meist werden geringeren Gewichten verwendet.
Finale mit Tauziehen und „Fitness-Trekker“
Begleitet von Dudelsackmusik der „Amazing Piperazzi“ traten die Alumni-Teams in verschiedenen Disziplinen an – bis hin zum gemeinsamen Tauziehen und Traktorziehen. „Beim Tauziehen sind 30 Prozent Kraft, zu 70 Prozent kommt es auf die richtige Technik und die Koordination im Team an,“ erklärt Lierenfeld. Traktorziehen gehört zwar nicht zum klassischen Programm der Highland Games gehört, ließ die strapazierten Muskeln zum Abschluss aber noch einmal brennen. Fachkundige Unterstützung zur schottischen Highland Kultur gab High Commissioner Tanja Mary Schütz-Gudd, die ranghöchsten Vertreterin des Clan Donald in Deutschland.

Teamgeist und Enthusiasmus inspirierten zum Event
Dr. Ingo Wolf, Vorstandsvorsitzender der Sportstiftung NRW: „Das Uerdinger Projekt macht deutlich, wie gelebte Inklusion durch Sport aussehen kann – selbst in Disziplinen, die man dafür vielleicht nicht als erstes erwarten würden. Menschen stehen hier füreinander ein, überwinden gemeinsam sportliche Grenzen und bauen zugleich gesellschaftliche Barrieren ab. Dieses Engagement hat Vorbildcharakter. Leitgedanke unseres Alumni-Netzwerks ist es, solche wertvollen Erfahrungen in Vereine, Verbände und die Gesellschaft hineinzutragen.“
WestLotto ist enger Partner der Sportstiftung und Mitbegründer des Alumni-Netzwerks. Geschäftsführer Andreas Kötter betont das ehrenamtliche gesellschaftliche Engagement von WestLotto in Nordrhein-Westfalen: „Die Alumni der Sportstiftung NRW haben heute gespürt, was Teilhabe bewirkt. Es ist beeindruckend zu sehen, wie der Sport Menschen verbinden kann. Die Zeit und das Herzblut, die in dieses inklusive Projekt fließen, verdienen unseren größten Respekt – es macht das Sportland NRW vielfältiger und menschlicher. Gleichzeitig hat das Alumni-Event wieder gezeigt: Diese Plattform, die wir gemeinsam – für die Alumni und mit den Alumni – geschaffen haben, schlägt eine wichtige Brücke zwischen dem Spitzensport und dem Bewusstsein für gesellschaftliche Herausforderungen.“
Über die Highland Games
Die Sportart hat ihren Ursprung in mittelalterlichen Treffen schottischer Clans. Es gibt bis zu elf Disziplinen – darunter Baustammweitwurf und Tauziehen, das Bestandteil der Olympischen Spiele der Neuzeit (bis 1920) war und heute eine World Games Sportart ist. Es gibt Einzel- und Teamwettbewerbe (offiziell 5 Personen plus Ersatzperson). In Schottland gibt es jedoch keine Highland Games Teams. „Das ist eine deutsche Erfindung, um die uns die Schotten inzwischen beneiden“, sagt Frank Langen, der auch Geschäftsführer des Rasenkraftsport- und Tauziehverband NRW ist. Der Kilt ist für alle Sportlerinnen und Sportler Pflicht. Trainiert wird auf Rasenflächen.
In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 20 Highland-Vereine mit etwa 1.200 Aktiven. Die Highland Games sind im Rasenkraftsport- und Tauziehverband (RTV) NRW angesiedelt, der seit diesem Jahr Mitglied im Landessportbund NRW ist. Durch die damit verbundene Förderung entstehen zunehmend professionelle Strukturen.

Über das Alumni-Netzwerk
Die Sportstiftung feiert in diesem Jahr 25-jähriges Bestehen – WestLotto ist offizieller Jubiläumspartner. Seit 2021 richten die Stiftung und WestLotto gemeinsam das Alumni-Event aus, das ehemaligen Leistungssportlerinnen und -sportlern aus NRW eine Plattform zur Vernetzung und zum Austausch bietet. Ziel ist es auch, die Erfahrungen der Alumni in ehrenamtliches und berufliches Engagement im Sportland NRW einfließen zu lassen. Zuletzt entwickelte sich daraus ein Buddy-Programm, in dem Alumni junge Talente als Rat- und Impulsgeber bei Karrierefragen unterstützen. Nach Stationen am Eiskanal in Winterberg 2021, beim Target Sprint in Dortmund 2022, im Trainingsbergwerk Recklinghausen 2023 sowie 2024 in Köln bei einem Breaking-Workshop fand das Event in Krefeld nun zum fünften Mal statt.

Die Teilnehmer 2025:
Mareike Adams, Rudern (OS, WM-Bronze, 2x EM-Silber)
Karsten Dilla, Stabhochsprung (OS, EM)
Bastian Börsch, Para Leichtathletik
Fabienne Deprez, Badminton (OS, EM)
Victoria von Eynatten, Leichtathletik (U20 WM-Silber)
Lukas Föbinger, Rudern (Jun. WM-Bronze)
Laura Kampmann, Rudern (Silber U23 WM)
Max Keller, Boxen (DM im Superschwergewicht)
Ronja Kerßenboom, Wasserball (DM)
Christian vom Lehn, Schwimmen (OS, WM-Bronze, EM-Silber)
Stefanie Schiffer (geb. Kubissa), Säbelfechten (EM-Gold, WM-Bronze Team)
Dominik Siemenroth, Para Rudern (WM)
Ulf Siemes, Rudern (WM-Gold)
Anna Tully, Bobsport (OS, WM-Gold, EM)
Mitja Zastrow, Schwimmen (OS-Silber, WM-Silber, EM-Gold)
(größte Erfolge: OS = Olympische Spielen, PS = Paralympische Spiele, WW =Weltmeisterschaften, EM = Europameisterschaften, DM = Deutscher Meistertitel)
Sebastian Burg
Categories: News Schlagwörter: Alumni, Alumni-Event, Alumni-Netzwerk, Dr. Ingo Wolf, Ehrenamt, Highland Games, Inklusion, WestLotto
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Breaking verbindet: Alumni-Know-how für Talente
Vom Erfahrungsschatz ehemaliger Elitesportler sollen Nachwuchstalent stärker profitieren. Beim Jahrestreffen am 26. Oktober im Bürgerzentrum Köln-Ehrenfeld haben sich frühere Spitzenathletinnen und -athleten intensiv über ehrenamtliche und berufliche Engagements im Sportland NRW ausgetauscht. Inspiriert von der Arbeit des Breaking-Vereins „No Limits“ entwickelten die Mitglieder des Alumni-Kreises der Sportstiftung NRW Leitideen, wie sie ihre Erfahrungen aus dem Leistungssport zur Förderung des Nachwuchses gezielt einbringen können.
Das Bürgerzentrum Ehrenfeld bot als Symbol der Gemeinschaft und des Austauschs den idealen Rahmen für das diesjährige Alumni-Event – ein Netzwerktreffen, das von der Sportstiftung NRW und Kooperationspartner WestLotto im Jahr 2021 ins Leben gerufen wurde. Entstanden in den Achtzigern durch engagierte Bürger, ist das Bürgerzentrum heute ein sozio-kultureller Anlaufpunkt für jährlich 100.000 Menschen. Dieser Gründergeist umwehte auch das Alumni-Treffen. Die Teilnehmer – frühere Spitzenathletinnen und -athleten – beschlossen, Nachwuchstalente künftig gezielt mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen zu unterstützen.
Buddy-Programm für Nachwuchstalente beabsichtigt
Die Entwicklung eines Buddy-Programms, das einen Austausch auf Augenhöhe zwischen Alumni und geförderten Athletinnen und Athleten der Sportstiftung ermöglichen soll, stieß auf große Resonanz. In den Diskussionsrunden herrschte Einigkeit darüber, dass Wertschätzung und die Bereitschaft zu strukturellen Veränderungen entscheidende Elemente sind, um ehrenamtliches oder berufliches Engagement in einer vielfältigen Sportlandschaft nachhaltig zu sichern.

Inspiration von Gründern des Breaking-Vereins No Limits
Die Gründer von No Limits e.V. boten im Bürgerzentrum Ehrenfeld inspirierende Einblicke in ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Der im Jahr 2020 entstandene Verein fördert urbane Tanzstile wie Breaking und Hip-Hop. „Mentoring und Unterstützung bei der Zukunftsplanung stehen bei uns im Mittelpunkt“, erklärt Mario Eckel, amtierender Deutscher Meister im Breaking und Vereinsvorstand. Die Coaches besuchen im Rahmen von Sozialprojekten Schulen, soziale Einrichtungen und Brennpunkte in der Domstadt, um neben tänzerischen Fähigkeiten auch Teamarbeit und soziale Integration zu fördern und das Selbstvertrauen der Jugendlichen aufzubauen. Martin Gut gehört zum hauptberuflichen Trainerteam und berichtet begeistert: „Die Arbeit mit jungen Menschen, die leidenschaftlich gerne tanzen, erfüllt mich mehr als mein früherer Beruf als Ingenieur.“
Ehrenamt essenziell für Talentförderung
Dr. Ingo Wolf, Vorstandsvorsitzender der Sportstiftung NRW: „Die Vorbildfunktion von Leistungssportlern ist mit dem Ende ihrer aktiven Laufbahn nicht vorbei. Sie können über diese Zeit hinaus mit ihren Erfahrungen aus erster Hand einen unschätzbaren Beitrag für die Sportlandschaft in NRW leisten – insbesondere in der Nachwuchsförderung. In unserem Alumni-Netzwerk bündeln und kanalisieren wir dieses Engagement.“
Andreas Kötter, Geschäftsführer von WestLotto: „Zu einer nachhaltigen Sportförderung gehört für uns mehr als Athletinnen und Athleten beim Medaillengewinn zu unterstützen. Die nachsportliche Karriereförderung ist ebenso Teil – auch wie die Wertschätzung für den ehrenamtlichen Support, ohne die kein Talent jemals ganz nach oben käme. Das ist der Grund, warum wir gemeinsam mit und für die Sportstiftung NRW ehrenamtliche Strukturen fördern. Das Alumni-Event der Sportstiftung greift genau dieses Wertschätzungsthema auf – der beste Grund, dort Partner zu sein!“
Breaking good – No Limits bringen Kids ins Rollen
Im zweiten Teil des Events konnten die Alumni selbst aktiv werden: Ein Breaking-Workshop mit den Coaches von No Limits bot die Möglichkeit, die Sportart hautnah zu kennenzulernen. No Limits e.V. bietet Bildungsprojekte, Tanzkurse, Workshops für Kinder und Jugendliche und veranstaltet Shows für Talente und Profi-Breaker. Das freie Training ist für jeden zugänglich. Die Teilnahme an sozialen Projekten des Vereins ist durch Finanzierungen aus öffentlichen Mitteln kostenfrei. https://nolimits-ev.de
Die Sportart Breaking feiert 2024 in Paris Premiere im olympischen Programm. Die Athletinnen und Athleten werden als B-Girls bzw. B -Boys bezeichnet und treten in 1 vs. 1- Battles über mehrere Runden gegeneinander an. Wertungsrichter achten bei den Tanzperformances auf Technik, Musikalität, Kreativität, Originalität und Präzision der Bewegungen. Die Wurzeln dieser urbanen Sportart liegen in den 1970ern im New Yorker Viertel Bronx. 2028 wird Breaking nicht mehr Teil der Olympischen Spiele sein.
Über das Alumni-Netzwerk
Das Alumni-Event wurde 2021 von der Sportstiftung NRW und Partner WestLotto ins Leben gerufen, um den Zusammenhalt ehemaliger NRW-Athletinnen und -Athleten zu stärken und nachsportliche Förderangebote zugänglich zu machen. Die Stiftung begleitet den Umbruchprozess mit Coachingangeboten und Berufseinstiegsprogrammen. Nach Stationen am Eiskanal in Winterberg 2021, beim Target Sprint in Dortmund 2022 und im Trainingsbergwerk Recklinghausen fand das Alumni-Event am 26. Oktober 2024 in Köln zum vierten Mal statt.
Die Teilnehmer 2024:
Mareike Adams, Rudern (OS, WM-Bronze, 2x EM-Silber)
Karsten Dilla, Stabhochsprung (OS, EM)
Lena Dorra (geb. Zelichowski), Bobsport
Lara Hoffmann, 400-Meter-Sprint (OS, EM-Gold & -Silber)
Sophie Gromann, Wasserball (Karriere aktiv), Athletenvertreterin der Sportstiftung
Laura Kampmann, Rudern (Silber U23 WM)
Charlotte Körner, Rudern (U23 WM)
Leon Schandl, Rudern (Silber University World Games)
Stefanie Schiffer (geb. Kubissa), Säbelfechten
Frederik Schreiber, Judo (Silber European Cup)
Carolin Sisman (geb. Nischwitz), Wasserball (10-fache DM)
Anna Tully, Bobsport (OS, WM-Gold, EM)
Christian vom Lehn, Schwimmen (OS, WM-Bronze, EM-Silber)
Stefan Wallat, Rudern (2x WM-Gold)
Stefan Windscheif, Volleyball (EM)
Laura Zimmermann (geb. Mertens), Ringen (EM-Bronze, WM, 3-fache DM)
(größte Erfolge: Teilnahme OS = Olympische Spielen, PS = Paralympische Spiele, WW =Weltmeisterschaften, EM = Europameisterschaften. DM = Deutscher Meistertitel)
Sebastian Burg
Categories: News Schlagwörter: Alumni, Alumni-Event, Alumni-Netzwerk, Andreas Kötter, Breaking, Dr. Ingo Wolf, Ehrenamt, Mario Eckel, Max Hartung, WestLotto
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