Wenn sich gehörlose Athletinnen blind verstehen, wird aus Harmonie Erfolg. Am vorletzten Wettkampftag der Deaflympics sprinten die deutschen Leichtathletinnen in den Staffeln zu Gold und Silber. Delia ist mittendrin. Auf dem Zuschauerrang kommen Mama die Tränen. Alle Eltern sind nach Tokio mitgereist. Auf dem Tartan liegen sich die Töchter in den Armen. „Mein schönster Moment“, sagt Delia. „Die 4×100-Meter-Staffel war das absolute Highlight.“
Es folgt eine Überraschung in der 4×400- Meter Staffel. Mit Silber hat das NRW-Quartett um Jelisa Gräf, Fiona Proba, Tessa Lange und Delia nicht gerechnet. Die fünfte Athletin in diesem Bunde, Sheila Schlechter aus Bünde, war knapp eine Stunde zuvor mit Delia in der siegreichen 4×100-Meter-Staffel gestartet, bevor es ins 4×400-Meter-Finale ging.
„Ich hatte großes Vertrauen in uns“, sagt Delia. „In der Staffel konnte ich abrufen, was ich kann.“ Die Tage zuvor glichen einer „emotionalen Achterbahnfahrt“. Im Vorlauf gelang die Stabübergabe zwischen Tessa und Delia gerade noch innerhalb der Wechselzone. Mit ihren beiden sechsten Plätzen in den Einzelstarts hadert sie zwar, doch vor dem Teamwettbewerb ist alles abgehakt.

Sommerspiele im November
Bei den Deaflympics starten mehr Leichtathleten als bei Weltmeisterschaften. Delia absolviert neun Rennen in nur einer Woche. Dabei beginnen ihre Tage früh und enden früh in winterlicher Dunkelheit. Denn der Transfer zum Teamhotel dauert gut eine Stunde und die Sonne geht in Tokio im November bereits am Nachmittag unter. Flutlicht gibt es im Wettkampfstadion nicht.
Die Wettbewerbe anderer Sportarten verfolgt sie über eine Leinwand, die das um sichtige Organisationsteam kurzerhand im Hotel aufgebaut hat. Der Gastgeber war auf die Ankunft gehörloser Athleten vorbereitet. „Wir mussten uns nie erklären“, schildert Delia. „Es war ein Wohlfühlsetting für Gehörlose. Die Menschen hatten Freude daran, uns zuzuschauen, und zollten uns echte Anerkennung. “
Tokio waren ihre dritten Deaflympics. Einen Tag vor der Eröffnungsfeier erfuhr die Kölnerin vom Deutschen Gehörlosen-Sportverband, dass sie gemeinsam mit Schwimmer Lars Kochmann als Fahnenträgerin einmarschieren würde. „Ich war nicht aufgeregt. Mit der Mannschaft im Rücken habe ich mich einfach gefreut“, erzählt die 26-jährige Studentin. „Mit den Deaflympics verbinde ich vor allem Gemeinschaft, nicht nur das sportliche Event.“
NRW in Tokio
Die Deaflympics gelten als das weltweit bedeutendste Sportereignis für gehörlose Athletinnen und Athleten. Bei der 25. Ausgabe in Tokio waren etwa 3.000 Wettkämpfer aus 79 Nationen am Start. Aus Nordrhein-Westfalen waren 13 Athletinnen und Athleten nominiert. Sie waren an 10 der insgesamt 24 Medaillen der 67-köpfigen deutschen Mannschaft (6x Gold, 8x Silber, 10x Bronze) beteiligt. Dies ist die beste deutsche Bilanz seit 20 Jahren. Die ersten Spiele für Menschen mit Hörbeeinträchtigung fanden 1924 statt.

Delia Gaeda
geb. 1999, aus Köln. Sie startet für den Düsseldorfer SV 04 und das LT DSHS Köln und studiert B.Sc. Sport & Leistung an der Deutschen Sporthochschule Köln.
Erfolge 2025:
1. Platz Deaflympics
mit der 4×100-m-Staffel und
2. Platz über 100 m und 200 m
6. Platz mit der 4×400-m-Staffel
Erfolge 2024:
3. Platz WM über 200 m sowie
2. Platz mit der 4×100-m-Staffel
Jule Schomburg
Categories: News Schlagwörter: deaflympics, Delia Gaede, Leichtathletik, Sportland NRW, Sprintstaffel
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Ready – Set – Go!
Das Frühstück überforderte Gianluca. Nicht das, was auf dem Teller lag, sondern vielmehr die Nachricht, die es als Beilage gab und die es nun binnen wenigen Stunden zu verdauen galt: die Aufstellung für das Staffelfinale am Mittag.
Überraschende Staffelbesetzung
Beim EYOF wurde eine Medley-Sprintstaffel ausgetragen, bei der vier Läufer unterschiedlich lange Distanzen absolvieren, nämlich 100, 200, 300 und 400 Meter. Gianluca sollte an zweiter Position seine Paradedisziplin laufen, die 200 Meter. Das bereitete ihm keine Bauchschmerzen, das war perfekt. Doch seine Teamkollegen hatten nicht annähernd seine Staffelerfahrung und andere Spezialstrecken.
Der DOSB hatte ein Dutzend männliche Nachwuchsleichtathleten nominiert. Die neuformierte Staffelriege setzte einen Hürdensprinter hinter Gianluca, ein 800-Meter- Spezialist wurde als Schlussläufer bestimmt. Das Warm-up vor dem Finale musste reichen, um die Abläufe zumindest grob abzustimmen. Seinen ersten internationalen Auftritt im Nationaltrikot hatte sich Gianluca etwas geordneter vorgestellt.
Erfolgserwartungen
Vielleicht aber machten ihn gerade die gedämpften Erfolgserwartungen locker. Der Leverkusener war mit überragender Form und deutscher Jahresbestleistung nach Skopje gereist. Das Aus im Halbfinale über 200 Meter zum Auftakt des Sportfestivals traf ihn daher hart. „Ich war sehr aufgeregt“, erzählt Gianluca. „Normalerweise mache ich mir nie Druck.“

Ziel des Multisportevents EYOF ist es, die besten europäischen Nachwuchstalente (rd. 4.000) an die olympische Bewegung und Anforderungen des internationalen Spitzensports heranzuführen. In Skopje hörte Gianluca zum ersten Mal ein englisches Startkommando. „Stadien von diesem Ausmaß kannte ich zuvor nicht“, sagt er. Viele neue Eindrücke prasselten auf ihn ein, dazu eine Woche lang Temperaturen um 40 Grad. Am Tag der Eröffnungsfeier feierte Gianluca seinen 17. Geburtstag. Beim Einlaufen der Nationen entdeckte er sich selbst auf den Monitoren. „Als uns das EYOF bei einem Bundeskaderlehrgang Ende 2024 vorgestellt wurde, hielt ich es für ein unerreichbares Ziel.“ Jetzt hängt ein gerahmtes „Germany“-Trikot über seinem Bett. Daneben die Bronzemedaille, die er überraschend mit den Staffeljungs – mittlerweile enge Freunde – mit 13 Hundertsteln Vorsprung auf Italien errang. „Viele jüngere Athleten in meinem Verein haben dasselbe Ziel. Für sie Vorbild zu sein, pusht mich krass.“
Gianluca Wessendorf
geb. 2008, aus Leverkusen. Er besucht das Landrat-Lucas Gymnasium in Leverkusen und startet für den TSV Bayer 04.
Erfolge 2025:
3. Platz EYOF mit der Medley Sprintstaffel sowie Halbfinalteilnahme über 200 m
1. Platz Deutsche U18-Meisterschaften über 200 m und über 4 x 100 m
1. Platz „Jugend trainiert für Olympia“
Jule Schomburg
Categories: News Schlagwörter: EYOF, Gianluca Wessendorf, Leichtathletik, Sportland NRW, Sprintstaffel
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X-Man
Biathlon stand ganz oben auf der Watchlist. Ruven steckte mitten im Umzug in seine neue Studentenbude. Es gab viel zu tun, trotz Semesterferien. Sich die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina entgehen zu lassen, stand dessen ungeachtet aber nicht zur Debatte. Zu inspirierend waren die Eindrücke am Bildschirm. Insgeheim lässt Ruven seiner Phantasie schon freien Lauf. „Ich ertappe mich manchmal mit den Gedanken in Los Angeles“, gibt er zu. Seine Disziplin, der Compoundbogen, ist 2028 in der Klasse Mixed-Team erstmals Teil des olympischen Sommerprogramms. Ruvens Jahr 2025 rechtfertigte solche Träume durchaus.
„Das sportliche Niveau zieht dich einfach mit“
„Die nächste Stufe ist Olympia“, zitiert Freundin Katja Ruvens Bericht von den Rhine-Ruhr FISU World University Games (WUG), für die der 20-Jährige im Sommer nominiert war. Spätestens beim Einkleiden war der Funke übergesprungen und Ruven merkte, dass er im Begriff war, Teil von etwas Großem zu werden, gar „dem Größten, was ich sportlich bis dahin erlebt hatte“. Die Universiade war 2025 das weltweit größte Multisportevent. Mit dabei: rund 300 Bogenschützen. Die besten Athleten, die die Studierendenwelt aufbieten kann, kamen nach Essen. „Das war deutlich mehr Thrill als bei deutschen Meisterschaften. Ich konnte häufig mit Top-Stars an derselben Scheibe trainieren. Ihr Niveau zieht dich einfach mit“, sagt Ruven.
In der trainingsfreien Zeit besuchte er mit Athleten aus Indien, Frankreich und der Türkei Wettbewerbe im Basketball, Beachvolleyball und Turnen. Unterwegs in der U-Bahn wurden sie jeden Tag von Passanten als Sportler erkannt und angesprochen. „Das war cool – die wertschätzenden Reaktionen und dass man endlich mal außerhalb seiner Bogenschützen Bubble erzählen konnte, was man macht“, berichtet er. Die Abende vergingen beim Fachsimpeln in der Hotellobby.
Treffer in Perfektion und ein X im Kalender
Ruven beendete die WUG auf Platz 5. Nur einen Monat später stieg er in die Riege der Champions auf: Bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Kanada gewann der Dinslakener Gold im Einzel sowie Silber mit dem Team. Der Grundstein für diesen Formanstieg wurde in Essen gelegt, ist er sich sicher. Unvergessen bleibt auch dieser eine perfekte Schuss im Achtelfinale der Universiade: Ruvens Pfeil stach exakt in die Mitte der Scheibe. Ein sogenanntes „X“ kann von keinem Kontrahenten übertroffen werden und ist selbst für Spitzenathleten ein seltenes Erlebnis. Es ist die ultimative Bestätigung auf der ständigen Jagd nach Perfektion. „Ich werde alles dafür tun, um bei den nächsten World University Games wieder dabei zu sein“, sagt Ruven. „Alles war perfekt“ – und damit meint er nicht nur sein „X“.

Die Juniorenklasse lässt der U21-Weltmeister nun hinter sich und geht selbstbewusst ins erste Jahr bei den Herren: „Ich werde das Feld ein bisschen aufmischen.“ Die Teilnahme an den nächsten Olympischen Spielen wirkt momentan wie der eine Volltreffer, für den man tausende Versuche braucht. „Es wird schwierig, aber ist machbar“, sagt Ruven. Am 14. Juli 2028 steht möglicherweise schon ein X im Kalender.
Ruven Flüss
geb. 2005, aus Dinslaken. Er startet für den BSV Eppinghoven und studiert Wirtschaftsingenieurwesen an der FH Heilbronn.
Erfolge 2025:
5. Platz Rhine-Ruhr FISU World University Games
1. Platz U21-Weltmeisterschaften, 2. Platz im Team
1. Platz Jugend-Europa-Cup, Gesamtsieg
1. Platz Deutsche Meisterschaften (Herren)
Jule Schomburg
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Die Salzstangen-Connection
Die eine konnte nicht sprechen, die andere nicht laufen. Aber Salzstangen wollten beide. Also tat sich die eine Zweijährige mit der anderen Zweijährigen zusammen. Marleen sprach’s aus und Caroline holte den Snack der Begierde.
18 Jahre später ist es Caro, die als Erste Worte findet. „Ich hab`s doch gesagt“, keucht sie Marleen über die Schulter. Die bleibt sprach los, ringt ebenso nach Atem. Dann überwältigen sie Gefühle. Anspannung löst sich. „Ich habe geheult wie ein Schlosshund“, sagt Marleen. Zwei beste Freundinnen haben gemeinsam die Weltmeisterschaft gewonnen, Gold erpaddelt. Noch besser als Salzstangen.
„Ich habe geheult wie ein Schlosshund.“
Ungarn ist nach der Hälfte gleichauf. Der Start gehört nicht unbedingt zu den Stärken des deutschen Kajaks. Dieser hier war okay. „Dank Marleen kamen wir gut weg und haben schnell hohe Frequenzen erreicht“, analysiert Caroline. Marleen, die Ungarinnen im Augenwinkel, trifft als Schlagfrau die Entscheidung – für sich und damit zwangsläufig für ihre Partnerin: „Das kann ich mir jetzt nicht mehr nehmen lassen. Ich möchte mehr als Platz 2.“ Früher als sonst läutet sie den Endspurt ein. Sie liest Caros Rhythmus, wie sie mit zieht, von hinten an schiebt, ihr Paddel minimal früher ins Wasser sticht und da mit signalisiert: Ich bin da, ich fange dich auf, wenn es sein muss. Lass es uns nach Hause holen. All-in gehen. Marleen erhöht noch ein mal die Schlagzahl. Am Ende wird der Sieg deutlich. Marleens erster WM-Auf tritt im Zweier endet mit Haydn und einer ausgelassenen Feier im deutschen Lager.
Dass sie zu Haydns Melodie und nicht zum Wilhelmus auf das Podest steigt, hat mit dem Storch zu tun, der in ihrem Fall ein früher, zu früher Vogel war. Er landete in Dinslaken. Marleens Eltern besuchten dort Freunde. Bis nach Hause schafften sie es nicht mehr. Zuhause, das waren damals die Niederlande, die Heimat von Vater Jean-Paul, der in einem kleinen Dorf in Nordholland auf wuchs. „Mehr Kühe als Menschen“, erklärt Marleen. Eben dort nimmt Jean Paul sie zum ersten Mal mit auf ein Boot. Sie selbst hat daran keine Erinnerung. Jean-Paul hatte seine Kanukarriere vor Marleens Geburt beendet. Doch sie kennt seine internationalen Medaillen und erinnert sich an seine Erzählungen. „Ich möchte so gut es geht in die Fuß stapfen meines Vaters treten“, sagt sie.
Halbe Holländerin
Als Marleen drei ist, zieht die Familie über die Grenze nach Essen. Der ESV Kupferdreh ist Marleens erste Station, so lange, bis sie alt genug ist, um bei der renommierten Kanu-Gemeinschaft am Baldeneysee zu trainieren, wo schon ihr Vater in seinen Zwanzigern an seiner Form arbeitete. Das Elternhaus steht nur wenige Minuten mit dem Fahrrad entfernt. „Die Förderung und das Umfeld sind in Deutschland besser“, schildert Marleen. Und so trug der Kanusport dazu bei, dass es einen Holländer nach NRW verschlug, wo er eine Deutsche lieben lernte. Ihre gemeinsame Tochter bekam den deutschen Pass und wuchs zwei sprachig auf. „Ich sehe mich als halbe Holländerin“, sagt Marleen.
In Papas Fußstapfen treten
Beim Paddeln kreuzten sich damals auch die Wege der Väter von Marleen und Caroline. Als Konkurrenten fuhren sie internationale Rennen, freundeten sich an, besuchten einander, gaben ihren Töchtern Salzstangen.
Beide Väter waren dabei, als Marleen und Caroline in Portugal ihr bis dato bedeutendstes Rennen mit dem Junioren Weltmeistertitel veredelten. Fragt man Jean Paul, hat ihn sein Sprössling mit diesem Erfolg bereits übertroffen. „Ich sehe das nicht so“, hält Marleen dagegen. Ihr ist bewusst, dass der Schritt von der Juniorenklasse zu den Senioren am schwersten ist, wo ihr Vater sich seinerzeit etabliert hatte. Sie hat nun fünf Jahre im U23-Bereich vor sich. Eine Art Pufferzone. „Ich hoffe, dass früher klar wird, ob ich es einmal in die A-Nationalmannschaft schaffen werde. Sportlich steht gerade alles offen.“

Strukturiert und hintenraus schneller
Neuen Dingen begegnet Marleen interessiert, aber stets respektvoll. Früher, erzählt sie, war ihr bei Wettkämpfen häufig speiübel vor Nervosität. „Ich habe meine Trainer verrückt gemacht“, sagt sie. Mit Hilfe von Mentaltrainern und Sportpsychologen von „mentaltalent“ an der Deutschen Sporthochschule Köln bekam in sie ihre Anspannung besser in den Griff. „Sobald das Rennen gestartet ist, ist in mir alles ruhig“, sagt sie heute.
„Marleen fährt eine klare Rennstruktur. Sie hält sich an den Plan und handelt nicht impulsiv“, schildert Bootspartnerin Caroline. Der sogenannte „negative Split“ ist typisch für ihre Rennen. Davon sprechen Kanuten, wenn die zweite Hälfte schneller gefahren wird als die erste, was bei Kanurennen unüblich ist. Marleen legt zu, wenn bei anderen die Kräfte nachlassen. „Es stresst mich nicht, wenn Boote vor mir sind. Ich kann mich fokussieren, wenn es darauf ankommt“, sagt sie. Von den Erwartungen anderer will sie sich frei machen, einen klaren Kopf behalten. „Das führt sonst dazu, dass man sich daran mental festbeißt.“
Druck macht sie sich selbst genug, findet Marleen. Das WM-Finale war ein Beispiel. Caroline hatte zuvor bereits Einer-Rennen dominiert und Gold gewonnen. „Ich gönne es ihr. Sie ist ein so bodenständiger und bescheidener Mensch. Trotzdem hat es mich natürlich beschäftigt, dass in unserem Rennen mindestens eine Medaille drin sein muss. Falls wir keine holen, muss es wohl an mir liegen“, sagt Marleen. Caroline nahm ihre Unruhe wahr.
In der Vorbereitung hatten die Trainer festgestellt, dass die Kanutinnen gemeinsam eine deutlich sauberere Technik fahren als jede einzeln. „Die Kombination aus uns beiden ist ideal“, sagt Caro. „Wir ergänzen uns in unseren Schwachstellen.“ Marleen bricht es runter: „Ein Zweier läuft oder er läuft nicht.“ Und dann lief er in Portugal. 500 geschmeidige Meter. Caroline behielt mit ihrer Prognose recht: „Entspann dich, wir packen das!“
Marleen Sits
geb. 2007, aus Essen. Sie startet für die KG Essen und studiert Bauingenieurwesen an der Universität Duisburg-Essen.
Erfolge 2025:
1. Platz Junioren-WM im K2 über 500 m,
2. Platz im K4 über 500 m
1. Platz Deutsche Meisterschaften im K2 über 500 m
2. Platz im K2 über 200 m sowie im K4 über 500 m
Sebastian Burg
Categories: News Schlagwörter: AKC, Caroline Heuser, Doku, Kanu, Kanumarathon, Kanurennsport, Karsten Heuser, Niklas Heuser, Oberhausen, Sportland NRW, Sportvideo
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Wurzeln im Wasser
Caroline Heuser ist vierfache Junioren-Weltmeisterin im Kanurennsport. Ein Leben ohne Boot ist für die 18-Jährige undenkbar. Seit ihrer Geburt ist Caro Mitglied im Alstadener Kanu Club – ein kleiner Verein, der ihr Heimat und Familie zugleich ist. In genau diesem Umfeld wurde Caro groß und erfolgreich. Im olympischen Sprint ist sie schier unschlagbar, aber im nicht-olympischen Kanumarathon fast genauso stark – 2025 nahm sie an den World Games in Chengdu teil.
Der neue Film „Wurzeln im Wasser“ der Sportstiftung NRW: Carolines Story.

„Olympische Spiele wären ein absolutes Highlight“, sagt die junge Athletin – auch für ihre Oma. Ingrid Heuser war schon 1964 in Tokio dabei. Ihre Enkelin hat das Talent, die fünf Ringe bald aus nächster Nähe zu sehen. Vielleicht schon in los Angeles 2028. Doch egal wie das Projekt Olympia am Ende ausgeht, eines bleibt immer gleich bei Familie Heuser: Der Spaß am Paddeln steht an erster Stelle.

In einem Jahr ist viel passiert in Caroline Leben: Sie gewann den felix award als Newcomerin des Jahres 2024 in NRW – zum Portrait „Auf der Ruhr zu Ruhm“. Sie machte Abitur und den Führerschein. Im Sommer dann der bislang größte Rahmen ihrer Laufbahn: die World Games. Im September startete ihre Ausbildung bei der Bundespolizei in Kienbaum – es ist der erste Schritt hinaus in die Welt, weg von Eltern und großen Brüdern. Ihre Karriere tritt in eine wegweisende neue Phase ein. Caros sportliche Zukunft bleibt spannend!
Sebastian Burg
Categories: News Schlagwörter: AKC, Caroline Heuser, Doku, Kanu, Kanumarathon, Kanurennsport, Karsten Heuser, Niklas Heuser, Oberhausen, Sportland NRW, Sportvideo
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World Games „made in NRW“
59 NRW-Athletinnen und -Athleten in 13 Sportarten haben vom 7. bis 17. August 2025 an World Games in Chengdu, China, teilgenommen.

Beachhandball, Herren – Gold
Severin Henner Henrich (Longericher SC)
Lennart Wörmann (Longericher SC)
Tobias Zeyen (HSV Bocklemünd)
Moritz Nikolaus Ebert (Sand Devils Minden9
Robin John (Sand Devils Minden)
Hendrik Prahst (Sand Devils Minden)
Billard
Joshua Filler (BC Oberhausen 89) – Bronze, Pool-Billard
Pia Filler (BC Oberhausen 89) – Viertelfinale, Pool-Billard
Ina Kaplan (BC Siegtal 89) – 4. Platz, Pool-Billard
Martin Horn (BC International Berlin) – Bronze, Dreiband-Billard

Duathlon
Annika Faber (PV Triathlon TG Witten) – 21. Platz
Faustball
Philip Klaus Hofmann (TSV Hagen) – Silber, Herren-Mannschaft
Kanu-Marathon
Caroline Heuser (AKC Oberhausen) – 11. Platz, Kurzdistanz; 12. Platz, Langdistanz
Nico Paufler (KG Essen) – 5. Platz Kurzdistanz; 7. Platz Langdistanz
Kanu-Polo, Herren & Damen – Gold
Katharin Grünewald (1. MKC Duisburg)
Nina Hachenburg (WSF Liblar)
Jill Rutzen (KRM Essen)
Erik Beukenbusch (1. MKC Duisburg)
Leon Konrad (KRM Essen)
Tim Riecke (1. MKC Duisburg)
Lennart Unterfeld (KRM Essen)
Jonas Vieren (WSF Liblar)
Korfball, Mixed-Team – 6. Platz
Thomas Freund (TuS Schildgen)
Johanna Gnutt (Schweriner KC)
Maurice Grammel (KV Adler Rauxel9
Madeline Gust (KV Adler Rauxel)
Hannah Heilmann (Schweriner KC)
Jan Robert Heming (TuS Schildgen)
Steffen Heppekausen (TuS Schildgen)
Jana Kierdorf (TuS Schildgen)
Theo Nowak (TuS Schildgen)
Anna Sophie Orth (SG Pegasus Rommerscheid)
Julia Strach (KV Adler Rauxel)
Pascal Weckendrup (Schweriner KC)
Lucas Witthaus (Schweriner KC)
Lea Witthaus (Schweriner KC)
Powerboating
Sebastian Lux (MotoSurf Club Germany) – 11. Platz

Rettungsschwimmen
Tim Brang (DLRG Schloß Holte-Stuckenbrock) – Silber 4×50 Pool Life Saver, 4. Platz 4×25 Manikin Relay, 5. Platz 100m Manikin Carry with Fins
Alica Gebhardt (DLRG Harsewinkel) – 2x Gold 4×25 Manikin Relay, 4×50 Medley Relay, Silber 200m Super Lifesaver
Felix Hofmann (DLRG Kelkheim) – Bronze 200m Super Lifesaver
Nina Jane Holt (DLRG Harsewinkel) – 5x Gold, 50m Manikin Carry, 100m Rescue Medley, 4×25 Manikin Relay, 4×50 Medley Relay, 4×50 Pool Life Saver
Undine Lauerwald (DLRG Halle-Saalekreis) – 3x Gold 4×25 Manikin Relay, 4×50 Medley Relay, 4×50 Pool Life Saver, Silber 100m Manikin Tow with Fins Women, 6. Platz 100m Manikin Carry with Fins
David Laufkötter (DLRG Schloß Holte-Stuckenbrock) – Bronze 4×50 Medley Relay, 4. Platz 4×25 Manikin Relay
Jan Malkowski (DLRG Schloß Holte-Stuckenbrock) – Silber 4×50 Pool Life Saver, Bronze 4×50 Medley Relay, 4. Platz 4×25 Manikin Relay
Sebastian Pierre-Louis (DLRG Bad Wünnenberg) – Silber 4×50 Pool Life Saver, Bronze 4×50 Medley Relay
Danny Paul Torsten Wieck (DLRG Bad Wünnenberg) – Silber 4×50 Pool Life Saver, Bronze 4×50 Medley Relay, 4. Platz 4×25 Manikin Relay, 7. Platz 50m Manikin Carry
Speedklettern
Nele Charlotte Thomas (Sektion Rheinland-Köln) – 24. Platz, 23. Platz Single 4, 10. Platz Relay
Leander Carmanns (Sektion Rheinland-Köln) – 29. Platz, 9. Platz Single 4, 6. Platz Relay
Julia Koch (Sektion Rheinland-Köln) – 19. Platz, 22. Platz Single 4, 10. Platz Relay
Sebastian Lucke (Sektion Düsseldorf) – 20. Platz, 20. Platz Single 4, 6. Platz Relay
Mina Schultz (Sektion Dortmund) – 32. Platz, 30. Platz Single 4
Squash
Saskia Beinhard (Paderborner SC) – 5. Platz
Raphael Kandra (Paderborner SC) – 21. Platz
Tanzsport (Latein)
Artur Balandin & Anna Salita (T.T.C. Rot-Weiß-Silber Bochum) – 9. Platz

Wakeboard
Wanley Fendrich (SSC Trappenberg) – 11. Platz, Freestyle
Max Milde (WSC Rheinhausen) – Silber, Cable
Julia Rick (CWBS Brühl) – Gold, Cable
Florian Weiherer (Allgemeiner Deutscher Wakeboardclub) – Bronze, Cable
Sebastian Burg
Categories: News Schlagwörter: Beachhandball, Billard, Caroline Heuser, Chengdu 2025, Duathlon, Kanu Polo, Kanu-Marathon, Korfball, Nina Holt, Powerboating, Rettungsschwimmen, Speedklettern, Sportklettern, Sportland NRW, Spuash, Tanzsport, Teilnahmeprämie, Wakeboard, World Games
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Save the World – Wasserball-Doku
Sophie, Finja, Maya, Anna, Darja und Yara spielen Wasserball für den SV Bayer Uerdingen 08 in der Bundesliga und in der Nationalmannschaft. Die Sechs sind beste Freundinnen. Ihr Sport ist mehr als nur eine Leidenschaft – er ist ihre Verbindung, ihre zweite Familie und regelmäßig auch ihre härteste Prüfung.
In unserer neuesten Doku geht es um die unglaubliche Kraft von Teamgeist, der eine besondere kleine Welt vor dem Zerbrechen bewahrt. Ihr Zusammenhalt gibt den Mädels mehr als alle Schwierigkeiten einer dualen Karriere nehmen können – noch jedenfalls. „Das Vertrauen, dass man im Sport aufbaut, bekommt man nicht einfach so außerhalb des Sports“, sagt Kapitänin Sophie.
Die neue Doku der Sportstiftung NRW: „Save the World – a Water Polo Story“
Olympische Spiele sind im Frauenwasserball ein weit entferntes Ziel, aber manche träumt noch davon. Abitur, Studium, Schwimmhalle, Kraftraum und alles geballt sind hingegen realer Alltag der sechs Athletinnen. Gemeinsame Stunden sind trotz aller Anstregnung aber Quality Time fürs Team, die Kraft gibt zu träumen und ihre Wasserballwelt zu bewahren. Von dem Willen und der Hingabe der Sechs profitiert am Ende auch … ihr Sport..
Sebastian Burg
Categories: News Schlagwörter: krefeld, Sportland NRW, Sv Bayer uerdingen, Uerdingen, Wasserball, water polo
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Klaras Weg zur Synchron-Schwimmelite
Klara Bleyer zählt zu den besten Synchronschwimmerinnen der Welt. Die 20-Jährige aus Würselen hat mit historischen Erfolgen bei Welt- und Europameisterschaften deutsche Sportgeschichte geschrieben. Doch ihr Weg war hart: Jahrelang schien der große Durchbruch unerreichbar. 2023 brachte den Wendepunkt und Hoffnung – endlich wird ihre Disziplin und ihr Durchhaltevermögen im neuen Wertungssystem honoriert.
Der neue Film „synchronized“ der Sportstiftung NRW: Klaras Story.
Ein emotionaler Kampf um Hoffnung, Anerkennung und Erfolg, der ohne den Ansporn und die unerschütterliche Unterstützung ihrer Familie kaum möglich gewesen wäre. Von den zaghaften Anfängen bei den Wasserfreunden Delphin Eschweiler über die Freien Schwimmer Bochum in die Weltspitze. 2023 wurde sie zur Newcomerin des Jahres in NRW gewählt: Zum Portrait „Die warme Welle“

Klaras erstes Gold war eine „komplette Überraschung und einfach surreal“, erzählt ihre Schwester Johanna. „Ich verstehe, dass Medaillen einen großen Wert haben“, sagt Klara, „aber ich glaube, es ist auch etwas, das ein bisschen falsch in den Köpfen der Menschen ist: Man ist nicht nur gut, wenn man Medaillen hat.“
Sebastian Burg
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Team D für „Lebenswerk Olympia“ gefeiert
Die Olympischen Spiele in Paris sind beendet. Die 428 Athletinnen und Athleten von Team Deutschland sind per Sonderzug heimgekehrt. Sie wurden bei ihrem ersten Stopp in Köln überschwänglich von den Fans empfangen und vor der Kulisse des Doms gebührend gefeiert. Auch Ministerpräsident Hendrik Wüst, Bundessportministerin Nancy Faeser und Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker erwiesen den Olympioniken die Ehre. Das Sportland Nordrhein-Westfalen NRW stellte mit über 100 Teilnehmer den größten Anteil der deutschen Mannschaft.
Hier wird das Team Sportland NRW vorgestellt: Olympia-Sonderseite

Hendrik Wüst: „Ganz unabhängig davon, ob sie eine Medaille im Gepäck haben oder nicht – unsere deutschen Athletinnen und Athleten kehren als Gewinnerinnen und Gewinner aus Paris zurück. Sie alle haben einen großen Teil ihres Lebens in den Sport investiert. Sie haben hart gearbeitet und sind über Jahre hinweg an ihre Grenzen gegangen. Sie haben auf Vieles verzichtet, um ihre Disziplin bis zur absoluten Perfektion zu trainieren. Als Olympionik nach Hause zu kommen – das ist nicht nur ein Erfolg, das ist ein Lebenswerk. Ich habe höchsten Respekt vor jeder einzelnen sportlichen Leistung, die unser ‚Team D‘ in Paris gezeigt hat.“
Die Goldmedaillengewinner Max Rendschmidt (Kanurennsport, K4) aus NRW und Laura Lindemann (Triathlon Mixed-Staffel) trugen die deutsche Fahne bei der Abschlussfeier in Paris. Die Stadt war nach 1900 und 1924 zum dritten Mal Gastgeber der Olympischen Spiele.
Vom 28. August bis 8. September finden in Paris auch die Paralympics statt. DOSB-Präsident Thomas Weikert und Olympiasieger Lukas Märtens (Schwimmen) übergaben in Köln symbolisch den Staffelstab an Friedhelm Julius Beucher, den Präsidenten des Deutschen Behindertensportverbands, und an Para-Tischtennisspieler Valentin Baus (Düsseldorf).
Teilnahmeprämie kommt von der Sportstiftung NRW
Die Sportstiftung NRW vergibt an alle NRW-Athletinnen und -Athleten eine Teilnahmeprämie für das Erreichen der Olympischen Spiele bzw. der Paralympics. Sie werden paritätisch mit jeweils 3.500 Euro ausgezeichnet. Vor 2018 wurden ausschließlich Medaillenleistungen prämiert, erstmals im Jahr 2004.
Die Athletinnen und Athleten des Teams Sportland NRW konnten sich an den drei Olympiastützpunkten Rheinland / Rhein-Ruhr / Westfalen sowie den zahlreichen Bundesstützpunkten in NRW auf ihre Olympia-Teilnahme vorbereiten. Zusammen mit dem Landessportbund Nordrhein-Westfalen, der Sportstiftung NRW und den Olympiastützpunkten werden die Weichen für eine zielgerichtete Förderung des Nachwuchses frühzeitig gestellt: Angefangen von der Auswahl und Förderung von Talenten, über die Vereinbarkeit von Leistungssport mit Schule, Studium und Beruf bis hin zur Einbindung von Wissenschaft in den Trainingsprozess.
Olympia-Links:
- Olympia-Sonderseiten des DOSB
- Seite von TeamDeutschland u.a. mit Sportlerprofilen, Podcasts und Athletenpotraits
- Olympia-Bereich ARD Sportschau u.a. mit Dokus, Ergebnissen und Re-Livestreams
- Olympia-Bereich ZDF Sportstudio u.a. mit Dokus und Re-Livestreams
- Olympia-Magazin des Olympiastützpunktes Rheinland
- Teilnehmer vom Olympiastützpunkt Rhein-Ruhr und Olympiastützpunkt Westfalen
Sebastian Burg
Categories: News Schlagwörter: Olympia, Olympiateilnehmer, Olympische Spiele, Paris, Sportland NRW
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Ehrung für Deaflympics-Dritte
Die Sportstiftung NRW hat fünf nordrhein-westfälische Futsal-Spielerinnen prämiert, die bei den Winter-Deaflympics 2024 Bronze mit der Frauen-Nationalmannschaft gewannen. Bei einer Feierstunde in Köln händigte Vorstand Dr. Ingo Wolf Teilnahmeprämien über 3.500 Euro aus, um die besondere sportliche Leistung der gehörlosen Athletinnen vom GTSV Essen zu würdigen.
Wir gratulieren Julia Christ, Melissa Gracic, Jana Rerich, Adelina Worseck und Amanda Wysocka!
Futsal gehörte in diesem Jahr zum ersten Mal zum Programm der Gehörlosenspiele im Winter. Die deutschen Nationalmannschaft bezwang im Spiel im Platz 3 Großbritannien 4:3, nachdem das Team im Halbfinale dem späteren Turniersieger Spanien unterlegen war. Die Deaflympics fanden im türkischen Erzurum statt.
Die Sportstiftung NRW vergibt seit 2022 Teilnahmeprämien für das Erreichen der Deaflympics. Olympische und paralympische NRW-Athlet*innen werden auf diese Weise bereits seit 2018 paritätisch mit jeweils 3.500 Euro ausgezeichnet. Zuvor wurden ausschließlich Medaillenleistungen bei Olympischen und Paralympischen Spielen prämiert, erstmals 2004.

Gehörlose Sportler*innen können sich inzwischen auch für eine monatliche Individualförderung bei der Stiftung bewerben. Die Förderung des deaflympischen und paralympischen Leistungssports in NRW macht etwa 12 Prozent des jährlichen Gesamtfördervolumens der Sportstiftung aus. Insbesondere wird hier Leistungssportpersonal wie Trainer, Talentscout und Klassifizierer unterstützt.
Sebastian Burg
Categories: News Schlagwörter: deaflympics, gehörlosen sport, Sportland NRW, winter
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