Die monumentale Müngstener Brücke verbindet seit fast 130 Jahren die bergischen Städte Solingen und Remscheid über das Tal der Wupper auf direktem Schienenweg. Der 5.000 Tonnen schwere Koloss aus Stahl bildete die Kulisse des diesjährigen Alumni-Events der Sportstiftung NRW und WestLotto. Ehemalige Spitzenathletinnen und -athleten haben gemeinsam den Müngstener Brückensteig auf Deutschlands höchster Eisenbahnbrücke erklommen und anschließend mit einem großformatigen Banner ihr „Ja“ zu Olympischen und Paralympischen Spielen in Nordrhein-Westfalen deutlich gemacht.
Die Müngstener Brücke stand damit sinnbildlich für das, was Olympische und Paralympische Spiele ausmacht: Zusammenhalt und die Fähigkeit, gemeinsam über sich hinauszuwachsen.
„Der Weg nach oben muss nicht immer einsam sein. Mit der Besteigung der Müngstener Brücke haben unsere Alumni-Athletinnen und -Athleten heute ein gängiges Bild des Spitzensports neu definiert. Sie haben noch einmal erlebt, dass es gemeinsam deutlich leichter fällt und der erste Schritt weniger Überwindung kostet. Man reicht sich Hände, spricht sich Mut zu und kommt zusammen am Ziel an. Dieser Gedanke passt zu Olympischen und Paralympischen Spielen in Deutschland und insbesondere zu Nordrhein-Westfalen““, unterstrich Anke Feller, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sportstiftung NRW und Weltmeisterin mit der 4×400-Meter-Staffel 1997. Auch sie erklomm erfolgreich den Brückensteig.

Ursprünglich war geplant, das Banner auf dem Stahlbogen von Deutschlands höchster Eisenbahnbrücke in rund 100 Metern Höhe über der Wupper zu entrollen. Starker Regen und die damit verbundenen Sicherheitsrisiken machten die Aktion kurzfristig unmöglich. Stattdessen entrollten die Alumni das Banner nach ihrer Rückkehr am Fuß der Brücke und machten so ihre Unterstützung für die Bewerbung von KölnRheinRuhr sichtbar.
Am 26. September entscheidet die außerordentliche Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), welche Bewerberregion bzw. -stadt als Austragungsort für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 auf internationaler Ebene für Deutschland ins Rennen geht. Neben KölnRheinRuhr sind München und Berlin Kandidaten.
Über 700 Stufen und ein „Schwebebalken“ in 100 Metern Höhe
Der Aufstieg zum höchsten Punkt der Müngstener Brücke führte die Alumni über mehr als 700 Stufen über den Stahlbogen des Bauwerks. Die Mutigsten wagten sich in luftiger Höhe auf einen 15 Zentimeter breiten Stahlpfeiler, der beide Brückenbögen verbindet. Die Gruppe wurde dabei von erfahrenen Guides begleitet und gesichert. Für Herausforderungen war bereits am Boden gesorgt. Bei verschiedenen Aufgaben waren Geschicklichkeit und Zusammenarbeit gefragt. Unter anderem bauten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine selbsttragende „Da-Vinci-Brücke“ aus Holzlatten und testeten beim Baumklettern ihre Schwindelfreiheit.
„Leistungssport bedeutet, sich hohe Ziele zu setzen und immer wieder über sich hinauszuwachsen. Aber niemand geht diesen Weg allein. Talente brauchen ein starkes Umfeld: ihre Familien, Trainerinnen und Trainer, Vereine, Verbände und Partner wie die Sportstiftung NRW. Wir unterstützen sie finanziell und ideell, halten ihnen bestmöglich den Rücken frei und stärken sie darin, ihren eigenen Weg zu gehen. Auch nach der aktiven Karriere bleiben diese Verbindungen wertvoll. Mit unserem Alumni-Netzwerk bringen wir Persönlichkeiten des Spitzensports zusammen, machen ihre Erfahrungen sichtbar und stärken damit ihre Wirkung als Vorbilder in Sport und Gesellschaft“, erklärt Lucas Flümann, Geschäftsführer.
Brücken bauen auch nach der Karriere
„Das Alumni-Netzwerk bildet einen wichtigen Baustein für das Sportland NRW. Ehemalige Athletinnen und Athleten sind starke Vorbilder: Sie übernehmen Verantwortung, inspirieren andere mit ihrer Leistungsbereitschaft und setzen wichtige Impulse für den Zusammenhalt in unserem Land. Sie nutzen ihre Stärken, um etwas für andere zu bewegen. Genau dieser Brückenschlag zwischen Sport und Gesellschaft macht die Arbeit des Alumni-Netzwerks so wertvoll. Deshalb unterstützen wir das Alumni-Netzwerk, denn Engagement verdient Anerkennung, Sichtbarkeit und starke Partner“, sagt WestLotto-Geschäftsführer Andreas Kötter.
Das Alumni-Event ist ein Netzwerktreffen für Sportlerinnen und Sportler nach Abschluss ihrer aktiven Karriere oder ihrer Förderzeit bei der Sportstiftung NRW. Der besondere Reiz des Formats liegt darin, dass es jedes Jahr eine außergewöhnliche sportliche Herausforderung mit der Möglichkeit zum Vernetzen und Austauschen verbindet. Initiatoren des Alumni-Events sind die Sportstiftung NRW und WestLotto. Seit der Premiere im Jahr 2021 hat sich das Format zum festen Bestandteil der nachsportlichen Förderung entwickelt.
Ziel dieses Netzwerks ist auch, die Erfahrungen der Alumni in ehrenamtliches und berufliches Engagement im Sportland NRW einfließen zu lassen. Bisher machte das Event Station am Eiskanal in Winterberg 2021, beim Target Sprint in Dortmund 2022, im Trainingsbergwerk Recklinghausen 2023, in Köln 2024 bei einem Breaking-Workshop sowie in Krefeld 2025 bei den ersten Alumni-Highland-Games.
Bürgermeister gratulieren
Zum Abschluss des Events wurden die erfolgreichen Brückenbesteiger von stellvertretenden Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der anliegenden Städte beglückwünscht. Beatrice Schlieper aus Remscheid, Lukas Schrumpf aus Solingen und Dagmar Liste aus Wuppertal gratulierten den Alumni zu ihrer Leistung und stellten sich hinter die NRW-Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele.

Über die Müngstener Brücke
Die Müngstener Brücke ist ein Wahrzeichen des Bergischen Städtedreiecks und verbindet Solingen und Remscheid auf direktem Schienenweg. Mit einer Höhe von 107 Metern über der Wupper, einem Landschaftsschutzgebiet, ist sie Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke. Sie ist rund 465 Meter lang und wurde am 15. Juli 1897 fertiggestellt. Für ihre Konstruktion wurden rund 5.000 Tonnen Stahl und etwa 950.000 Nieten verbaut. Seit der Eröffnung des Brückensteigs im Jahr 2021 haben ihn mehr als 50.000 Gäste besucht. Derzeit ist die Brücke Kandidatin für den Status UNESCO-Welterbe.
Teilnehmer Alumni-Event 2026:
Nadine Apetz, Boxen (OS, WM-Bronze, EM-Bronze)
Fabian Brune, Para Schwimmen (PS, WM, EM)
Fabienne Deprez, Badminton (WM, EM-Silber)
Karsten Dilla, Stabhochsprung (OS, EM)
Lena Dorra (geb. Zelichowski), Bobsport
Victoria von Eynatten, Leichtathletik (U20 WM-Silber)
Linn Freisewinkel, Wasserball
Lukas Föbinger, Rudern (Jun. WM-Bronze)
Karla Heßmann, Schwimmen (5x Jun. DM)
Lara Hoffmann, 400-Meter-Sprint (OS, EM-Gold & -Silber)
Laura Kampmann, Rudern (Silber U23 WM)
Max Keller, Boxen (DM Superschwergewicht)
Christopher Koch, Bobsport
Anna Limbach, Säbelfechten (14x DM)
Carolin Sisman (geb. Nischwitz), Wasserball (10x DM)
Anna Tully, Bobsport (OS, WM-Gold, EM)
Benedikt Wagner, Säbelfechten (OS, WM-Gold, 3x EM-Gold)
Stefan Wallat, Rudern (2x WM-Gold)
Mitja Zastrow, Schwimmen (OS-Silber, WM-Silber, EM-Gold)
(größte Erfolge: OS = Olympische Spielen, PS = Paralympische Spiele, WW =Weltmeisterschaften, EM = Europameisterschaften, DM = Deutscher Meistertitel)