Athletenförderung

Die Mütter von Sportlern

Was Mütter von Athlet*innen hinter den Kulissen stemmen, grenzt an Leistungssport.

30.04.2019 | Sebastian Burg

Gundi ist eine von vielen Mamas, die ihre Töchter und Söhne bestmöglich versorgen. Sie ist Zuhause für die Kalorien zuständig. Jeden Tag kümmert sie sich um alle Mahlzeiten für ihre Familie – vor allem für Sohn Robin. Der misst knapp zwei Meter und ist ambitionierter Nachwuchsruderer.

„Während einer intensiven Trainingsphase verbrennt Robin 5.500 bis 7.000 Kalorien pro Tag“, erklärt Trainer Ralf Müller. Das kommt einem Tour-de-France-Fahrer gleich. Diesen Umsatz erreicht der Ruderer mit zwei bis drei Einheiten über 90 bis 100 Minuten, zum Beispiel auf dem Fühlinger See in Köln oder im Kraftraum in Leverkusen. „Die Muskelmasse von Ruderern ist extrem hoch“, sagt Trainer Müller. Bei seiner Größe war Robin bis vor kurzem sogar fast zu leicht.  Robin studiert Jura neben dem Leistungssport und wohnt bei seinen Eltern in Köln. Zu seinem Glück hat Mama Spaß am Kochen. 

Gundi, was ist ein Regatta-Kuchen? 

Gundi: Eine Tradition, die meine Schwiegermutter damals eingeführt hat. Wenn ich Zeit habe, backe ich vor einer Regatta für die Rudermannschaft. Immer das, worauf ich Lust habe. Mal einen Marmorkuchen, mal einen Obstkuchen oder Bananenbrownies. 

„Wichtig ist, der Muskelmasse immer wieder zwischendurch Kalorien zuzuführen.“

Rudertrainer Ralf Müller

Wie bekommen Sie ihren Sohn satt? 

Selbstgemachte Aprikosenklöße mag er am liebsten. Davon isst er locker 15 hintereinander. Die Zubereitung ist leider sehr aufwändig, daher mache ich sie nur zu besonderen Anlässen. Nach zwei Stunden hat Robin dann wieder Hunger und holt sich ein halbes Kilo Joghurt aus dem Kühlschrank. Mit kleinen Becherchen brauche ich gar nicht erst ankommen. Auch beim Metzger kennt man mich. Ich werde oft gefragt, ob die eingekaufte Menge Steaks für Robin denn auch reiche. Unser Vorratskeller ist jedenfalls immer voll. 

Sie könnten es sich einfach machen.

Kommt nicht in Frage. Fertigpizza landet höchstens einmal im Jahr auf dem Tisch. Mir ist eine gesunde Ernährung für meine Familie wichtig. Ich möchte wissen, was drin ist.

Das geht schnell ins Geld. Wie hoch sind Ihre Kosten? 

Jeden Monat gebe ich für Robins Essen etwa 400 Euro aus – ohne Getränke. Im Alter von zwölf Jahren fing er mit dem Rudern an. Mit 14 wuchs sein Appetit mit zunehmendem Trainingspensum. Zudem ist Robin sehr ehrgeizig – das macht sich über die Jahre tatsächlich im Portemonnaie bemerkbar. Ich bin ganz froh, dass er inzwischen von der Sportstiftung NRW gefördert wird. Das hilft uns sehr.

Wer kocht eigentlich am Muttertag? 

Ich, aber das ist okay. Robin startet bei einer Regatta. Ich weiß jedoch, es bedeutet ihm viel, dass ich für ihn koche. 

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