Fillm zum Deutschlandstipendium

Studium & Sport ist die crunch time

Das Studium ist so etwas wie die „crunch time“. Für Gianna, Mark und Ann-Kathrin ist eine 60-Stunden-Woche eher Regel als Ausnahme. Die drei bringen ihr Studium und eine Karriere im Leistungssport unter einen Hut. Ein Filmteam hat sie begleitet und zeigt, an welchen Knackpunkten ein Deutschlandstipendium besonders hilfreich ist.

21.10.2021

40 sind Durchschnitt, Selbstständige erreichen knapp 50, eine 60-Stunde-Woche ist außergewöhnlich. Für Badmintonspielerin Ann-Kathrin Spöri, Wasserballer Mark Gansen und Para-Reiterin Gianna Regenbrecht ist dieses Pensum mehr Regel als Ausnahme. Ihr Studium neben dem Leistungssport stellt sie vor eine besondere mentale, physische und finanzielle Herausforderung. WestLotto und die Sportstiftung NRW entlasten die Talente gemeinsam mit Hilfe eines Stipendienprogramms.

Unser Filmteam hat die Sportler*innen in ihrem Alltag begleitet und zeigt, wie an welchen Stellen ein Stipendium hilft.

In drei Jahren Schwarz-Rot-Gold und dann der weiße Kittel – Medizinstudentin Gianna von der WWU Münster will bei den Paralympics 2024 in Paris die deutschen Farben vertreten. Ihr zweites großes Ziel, Ärztin zu werden, soll aber nicht zurückstecken. Der 20-jährige Mark träumt von den Olympischen Spielen und auch die gleichaltrige Ann-Kathrin möchte künftig bei den großen Turnieren der Welt mitmischen. Auch sie studieren parallel zu ihrem umfangreichen Trainings- und Wettkampfbetrieb an der Universität Duisburg-Essen bzw. an der Hochschule Ruhr-West. In den Nachwuchsbundeskader haben es alle drei bereits geschafft. Die jetzige Studienzeit ist wegweisend – die „crunch time“ für ihre sportliche und berufliche Ausbildung.

„Der Studienbeginn ist mit mehreren Umbrüchen im Leben eines Leistungssportlers verbunden“, erklärt Dr. Ingo Wolf, Vorstandsvorsitzender der Sportstiftung NRW. Talenten steht der schwierige Sprung vom Junioren- zum Aktivenbereich oder vom Landes- in den Bundeskader bevor. „In vielen Sportarten erreichen die Athleten während der Studienzeit ihr höchstes Leistungsniveau. Parallel werden jedoch die Weichen für das spätere Berufsleben und die Zeit nach dem Leistungssport gestellt“, betont Wolf.

„Sie sind für die Wirtschaft extrem attraktiv.“

Andreas Kötter, Geschäftsführer WestLotto

Werte für die Waagschale

„Junge Menschen, die diese Schwierigkeiten überwinden und nicht aufstecken, sind für uns in der Wirtschaft extrem attraktiv“, sagt WestLotto-Geschäftsführer Andreas Kötter. „Ich finde es toll, was sie in die Waagschale werfen, mit welcher Disziplin, Leidenschaft und Zukunftsfreude sie ihre Ziele angehen. Hier reifen wertvolle Fähigkeiten für unsere Gesellschaft heran.“

Die Sportstiftung NRW und Jubiläumspartner WestLotto haben einen gemeinsamen Weg gewählt, um die drei Talente auf ihrem Weg zu unterstützen. Durch das Deutschlandstipendien-Programm können die Förderer Freiräume für den Sport und das Studium schaffen. „Wir leisten einen Beitrag, damit sich die Athlet*innen auf ihren Sport konzentrieren können,“ sagt Kötter.

„Leistungssport ist nicht nur zeitraubend, sondern wirft fast immer mehr Kosten auf als Einnahmen“, erläutert Wolf, der früher zwölf Jahre in der Hockey-Bundesliga aktiv war. Hinzu kommt: „Ein Nebenjob, um meinen Lebensunterhalt zu stemmen, ist zeitlich quasi unmöglich“, sagt Studentin Gianna.

„Es gibt jemanden, der an Dich glaubt.“

Ann-Kathrin Spöri, Stipendiatin

Wertschätzung und Zukunftssicherheit

Para-Athletin Gianna freut sich über „ordentlich Rückenwind“ durch ihr Stipendium und „die Sicherheit, meine duale Karriere weitermachen zu können. Zu wissen, dass ich mich auf diese Unterstützung verlassen kann, ist für mich ganz viel wert.“ Jugend-Nationalspieler Mark findet: „Das Stipendium motiviert und würdigt unseren Leistungswillen.“

„Es ist berührend zu wissen, dass es jemanden gibt, der an dich glaubt“, sagt Ann-Kathrin. „Man ist dadurch freier und flexibler. Für mich ist es sehr wichtig, mein Studium parallel zu machen, weil ich vom Badminton allein nicht leben kann und es immer ein gewisses Risiko durch Verletzung gibt.“

Monatlich 300 Euro plus Zugänge in den Beruf

Die Stipendiaten erhalten monatlich 300 Euro über zwei Semester. Jeweils zur Hälfte wird das Stipendium von Förderpartnern und dem Bund finanziert. BAföG kann zusätzlich bezogen werden. Vergeben werden die Stipendien von den Hochschulen.

Durch Förderpartner aus der Wirtschaft, wie WestLotto, öffnen sich den Stipendiaten zudem Zugänge in die Berufspraxis, die vor allem in der Pandemie zu kurz kamen. Das Spitzensport-Stipendium gibt eine Orientierungshilfe für die Zeit nach der Laufbahn. „Persönliche Kontakte sind das Einfallstor für nachfolgende Kooperationen, zum Bespiele bei Abschlussarbeiten, Praktika oder Werkstudentenstellen“, sagt Andreas Kötter.

Ingo Wolf: „Wir zeigen den Athleten, dass wir sie auf ihrem außergewöhnlich mutigen und anspruchsvollen Karriereweg begleiten und bestärken. WestLotto ist für uns seit 20 Jahren ein sehr zuverlässiger Partner.“

Im Förderzeitraum 2020/21 hat die Sportstiftung NRW rund 120 olympische und paralympische Spitzensportlerinnen und -sportler an 18 NRW-Hochschulen mit einem Deutschlandstipendium unterstützt. Mehr als Drittel der Stipendien fördert die Stiftung gemeinsam mit Unternehmenspartnern. Die neue Förderphase startet jährlich mit Beginn des Wintersemesters.

Steckbriefe:

Mark Gansen, 20 Jahre, ist Lehramtsstudent der Universität Duisburg-Essen und spielt in der Wasserball-Bundesliga für den ASC Duisburg. Seine größten Erfolge: Debüt in der Herren-Nationalmannschaft 2021, Jugend-EM- und Europaleague-Teilnahme.

Gianna Regenbrecht, 27 Jahre, absolviert ihr Medizinstudium an der WWU Münster und trainiert an der Westfälischen Reit- und Fahrschule Münster. Ihre größten Erfolge: 2019 Deutsche Vizemeisterin Dressur im Grade 2 und 2021 der 4. Platz auf dem Internationalen Para-Turnier in München.

Ann-Kathrin Spöri, 20 Jahre, studiert Wirtschaftsingenieurwesen an der Ruhr-Universität West und trainiert am Badminton-Bundesstützpunkt Mülheim an der Ruhr. Ihre größten Erfolge: Vize-Europameisterin 2020 im Team, 5. Platz bei den Olympischen Jugendspielen 2018.

Ansprechpartner Stipendienprogramm
Haider Hassen
Haider Hassen

Referent Athletenförderung
haider.hassan@sportstiftung-nrw.de
0221 4982 6028

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