Die aktuelle Story

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Ronjas Tag: 18 Stunden powern, dann kam das Coronavirus

Aufstehen um halb sechs, Freizeit ab halb elf. Leistungssportler haben keine Zeit, sofern sie nicht von außergewöhnlichen Umständen ausgebremst werden. Training, Wettkämpfe, Ausbildung oder Studium spannen ein. Nebenbei noch Geld für die Bude, Ausrüstung oder Wettkampfreisen zu verdienen, zehrt auf. Wir zeigen einen Tag von Wasserballer-Nationalspielerin Ronja Kerßenboom vor und während der Corona-Krise.

Ronja Kerßenboom spielt seit 13 Jahren Wasserball.

Ronja, 23, hütet das Tor der Wasserball-Nationalmannschaft und spielt in der Bundesliga für den SV Bayer Uerdingen. Sie ist Master-Studentin an der Universität Duisburg-Essen und arbeitet als Werkstudentin bei einem Pharmaunternehmen in Neuss.

So sieht ihr Tagesablauf aus -
normalerweise und in der Coronazeit:

5:35 Uhr – Der Wecker klingelt nach durchschnittlich 6 Stunden Schlaf. Fünf Minuten im Schlummermodus sind drin, bevor der zweite Wecker klingelt.

6:15 Uhr Coronazeit - Der Wecker klingelt nach gut 8 Stunden Schlaf trotzdem noch früh, um im Rhythmus zu bleiben. Erster Gang ins Bad. Normale, Webcam-taugliche Klamotten anziehen.
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5:40 Uhr – Der erster Gang führt in die Küche. Frühstück vorbereiten. Es gibt Müsli aus Obst und Haferflocken. Gegessen wird erst nach dem Frühtraining, damit nichts im Magen liegt.

5:50 Uhr – Ins Bad. Zähneputzen, in den Badeanzug schlüpfen, Jogginganzug drüberziehen. Dabei Muskelkater und schwere Beine ignorieren.

6:00 Uhr – Beladen mit Arbeitsklamotten, Laptop und Sporttasche ins Auto steigen.

6:15 Uhr – Ankunft im Aquadome Krefeld. Ins „ziemlich kalte“ Wasser springen und spätestens jetzt wach sein. Diese Prozedur dreimal wöchentlich wiederholen.

6:45 Uhr Coronazeit – Arbeitsbeginn im Homeoffice. „Mein Arbeitgeber war gut vorbereitet und die Mitarbeiter geübt in den digitalen Kommunikations-Tools. In einem Pharmaunternehmen bekommt man viel mit von der Entwicklung von Impfstoffen.“
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Bis 7:15 Uhr – Individuelles Schwimm- und Schusstechniktraining für Torfrauen. Nicht deprimiert sein, wenn um diese Uhrzeit mal etwas nicht klappt. Die psychische Höchstleitungsfähigkeit wird erst im Laufe des Tages erreicht, sagt der Trainer.

7:15 Uhr – Duschen und umziehen fürs Büro. Keine Zeit zum Föhnen, kein Make-up, da abends wieder Wassertraining.

7:30 Uhr – Abfahrt zum Arbeitsplatz in Neuss. 45 Minuten durch die rush hour auf der A57. Ohne Auto dauert es dreimal so lange.

8:15 Uhr – Vom Parkplatz zum Kaffeeautomaten laufen, einen Latte Macchiato ziehen und je nach Intensität des Muskelkaters ins Büro im dritten Stock laufen oder fahren.

8:20 Uhr – PC an, E-Mails und Termine checken, nebenbei Müsli und Kaffee frühstücken. Meeting vorbereiten.

8:45 Uhr Coronazeit – Der „Kaffee-Call“, Videokonferenz mit den Kollegen. Dazu Müsli und Tee zum Frühstück. „Seit Corona habe ich kein Bedürfnis mehr nach Kaffee als Wachmacher.“
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9:00 Uhr – Zum Meeting. Heute: Studien für die Marktzulassung von Medikamenten mit dem Team besprechen und Dossier-Arbeit erledigten.

10:30 Uhr – Zurück im Büro. Meeting nachbereiten.

11:30 Uhr – Mittagspause mit Kollegen in der Kantine. Danach Salat und Obst einpacken, um bis zum Abendtraining durchzuhalten.

12:00 bis 17:30 Uhr – Arbeiten im Büro. Müdigkeitstief überwinden.

16:00 Uhr Coronazeit – Laptop zu, Feierabend. Das Arbeitsaufkommen ist gleich geblieben.

16:30 Uhr – Joggingrunde zum gesperrten Aquadome Krefeld (8-10 km). Auspowern mit Sprints zwischendurch.

17:30 Uhr – Anschließend Zuhause: viel Bauchmuskeltraining, Squads, Schultern-Stretching, Yoga – jede Mitspielerin trainiert erstmal in Eigenregie. „Wir wollen nicht wie Steine ins Wasser fallen, wenn die Saison irgendwann weitergeht.“ Problem: Das Wassergefühl geht schnell verloren. „Wasserwiderstand lässt sich nicht simulieren. Einen Privatpool besitzt niemand von uns.“
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17:30 Uhr – Abfahrt zum Krafttraining nach Krefeld oder als Ausgleich einmal pro Woche zum Yoga vom Betriebssport.

18:00 Uhr Coronazeit – Duschen, Abendessen zu zweit.

18:30 Uhr – Lernen fürs Fach Gesundheitsökonomie. Der Klausurtermin an der Uni wurde verschoben, ein neuer ist noch offen.
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18:30 Uhr – Vor dem Zirkeltraining Beine und Gelenke nach dem Bürotag gut aufwärmen. Dann Kniebeugen und Ausfallschritte mit der Langhantel.

19:20 Uhr – Fliegender Wechsel ins Wasser. Spieltaktiken üben: Über- und Unterzahl, Konterschwimmen, Torwarttraining mit Gewichtgürtel (2 kg) und extra schweren Bällen.

19:30 Uhr Coronazeit – Couch- und Lesezeit. Aktuelle Lektüre: „Irren ist nützlich“ über die Vorteile einer mentalen Fehlerkultur.
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21:00 Uhr – Ausschwimmen, unter der Dusche dehnen und mit Mitspielerinnen quatschen.

21:30 Uhr – Ankunft zu Hause. Nasse Klamotten aufhängen und Taschen für den nächsten Tag packen – „das ist nervig!“. Abendbrot machen.

21:40 Uhr - Dem Freund auf dem Sofa hallo sagen. Nach dem Essen an der Hausarbeit fürs Studium in Medizin-Management tüfteln.

ca. 22:15 Uhr Coronazeit - Gute Nacht! Der Tag endet nach 16 Stunden.
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22:30 Uhr – Freizeit. Waschen und Lernen wird aufs Wochenende verschoben.

ca. 23:30 Uhr – Gute Nacht! Ronjas Tag endet nach 18 Stunden. Morgen auf ein Neues!