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NRW wieder stark vertreten: Para-Sportler des Jahres in Düsseldorf geehrt

Bei der Wahl der Para-Sportler des Jahres 2018 war das Sportland NRW wieder hervorragend vertreten. Im Jahr der paralympischen Winterspiele von Pyeongchang rückten dabei vor allem die Athletinnen und Athleten in den Fokus, die in Südkorea mit sportlichen Leistungen geglänzt hatten. Über einen ganz besonderen Preis konnte sich allerdings ein Sommersportler freuen.

Para-Sport-Legende Heinrich Popow hat seine Karriere mit zwei Paralympics-Siegen sowie unzähligen Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften beendet. Den DBS-Ehrenpreis erhielt der 35-Jährige aber nicht für seine Erfolge. Foto: Ralf Kuckuck, DBS-Akademie

Die Para-Ski-nordisch-Staffel. Foto: Ralf Kuckuck, DBS-Akademie

Para-Sportlerin des Jahres: Andrea Eskau Foto: Ralf Kuckuck, DBS-Akademie

Neue Location und neuer Look – nach acht Jahren in Köln hat der Deutsche Behindertensportverband seine erfolgreichsten Athletinnen und Athleten erstmals in Düsseldorf in der Rheinterrasse und mit einer festlichen Gala geehrt.

Und die Deutsche Paralympische Mannschaft blickt auf ein Jahr der Superlative zurück: 19 Medaillen bei den Paralympics in Pyeongchang sowie 31 Titel bei Welt- und Europameisterschaften, dazu die Rollstuhlbasketball-WM in Hamburg sowie die Para Leichtathletik-EM in Berlin. Eine tolle Bilanz – dass darunter auch wieder zahlreiche Medaillen von Para-Sportlerinnen und -Sportlern aus NRW errungen wurde, freut die Sportstiftung NRW umso mehr, hat sie doch seit diesem Jahr einen Förderschwerpunkt im paralympischen Sport.

Angesichts der Medaillenflut hatten die zehn Mitglieder der Expertenjury und die Öffentlichkeit beim Online-Voting die Qual der Wahl, sich angesichts der Vielzahl an Top-Leistungen auf ihre Favoriten festzulegen. Dabei wurde die Anzahl der Nominierten für die öffentliche Wahl bei der Para-Sportlerin und beim Para-Sportler von drei auf fünf angehoben. Ins Endergebnis flossen diesmal gleichermaßen die Resultate des Expertengremiums und der Öffentlichkeit – noch eine Veränderung. Neu war zudem, dass auch über die Para-Nachwuchssportler öffentlich abgestimmt werden konnte. Weitere Premiere: Erstmals gab es für die Geehrten auch Prämien – ein zusätzlicher Lohn für die herausragenden Leistungen.

Andrea Eskaus Titeljagd geht weiter

Bei den Para-Sportlerinnen setzte sich Andrea Eskau aus Bergheim bei Köln durch, die das erfolgreichste Jahr ihrer Karriere erlebte. Erst Fahnenträgerin bei der Eröffnungsfeier der Paralympics in Pyeongchang, dann in der Loipe alles abgeräumt: Zweimal Gold, dreimal Silber und zudem Staffel-Bronze. Sechs Medaillen bei sieben Starts – eine herausragende Bilanz. Doch satt war die 47-jährige Vollblut-Sportlerin danach noch nicht. Bei den Para Radsport-Weltmeisterschaften jubelte Eskau über Gold und Silber. Für die Athletin, die für den USC Magdeburg startet, war 2018 wie ein Sportmärchen.

Als Sahnehäubchen holte sich Andrea Eskau zudem den Titel mit der Para-Mannschaft des Jahres – mit Alexander Ehler und Steffen Lehmker sprintete sie zur ersten Staffel-Medaille seit Nagano 1998. Über 4x2,5 Kilometer holte das Trio noch einmal alles aus sich heraus – und belohnte sich mit Bronze. Ebenso hart war der Kampf um den Titel der Para Mannschaft des Jahres. Die Staffel landete nur knapp vor den Goalball-Herren, die bei den Weltmeisterschaften sensationell Silber holten und das Ticket für die Paralympics in Tokio 2020 lösten. Dritte wurden die Rollstuhlbasketballerinnen durch ihre Bronzemedaille bei der Heim-WM nach einem dramatischen kleinen Finale Bronze. An einem Abend, der ganz im Zeichen der Wintersportler stand, konnte aber auch ein Sommer-Athlet über das ganze Gesicht strahlen.

Popow als herausragender Para-Botschafter geehrt

Para-Sport-Legende Heinrich Popow hat nach 18 Jahren seine großartige Karriere mit zwei Paralympics-Siegen sowie unzähligen Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften beendet. Doch den DBS-Ehrenpreis erhielt der 35-Jährige nicht wegen seiner Erfolge oder der zum Teil noch bestehenden Weltrekorde, sondern als herausragender Botschafter und Kämpfer für den Sport von Menschen mit Behinderung, der zugleich eine Inspiration und ein Kümmerer für den Nachwuchs ist. „Er begeistert Menschen auf der ganzen Welt für den Behindertensport, lernt ihnen das Laufen mit der Sportprothese und sorgt dabei für leuchtende Augen und glückliche Gesichter. Heinrich kann Menschen emotional mitreißen und anstecken mit seiner  Leidenschaft für den Sport wie kaum ein Zweiter“, betonte Friedhelm Julius Beucher in seiner Laudatio.

Den kompletten Beitrag zur Gala lesen Sie auf der Website des Deutschen Behindertensportverbandes.

Die Para-Sportler des Jahres im Überblick

  • Para Sportlerin: Andrea Eskau (47, USC Magdeburg, Para Ski nordisch & Para Radsport)

  • Para Sportler: Martin Fleig (29, Ring der Körperbehinderten Freiburg, Para Ski nordisch)

  • Para Mannschaft: Para Ski nordisch-Staffel (Andrea Eskau, Alexander Ehler, Steffen Lehmker)

  • Para Nachwuchssportlerin: Denise Grahl (25, Hanse SV Rostock, Para Schwimmen)

  • DBS-Ehrenpreis: Heinrich Popow (35, Para-Leichtathletik, TSV Bayer 04 Leverkusen)