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Achtmal Gold: NRW-Athleten überragen bei der EM in Berlin

Beeindruckende 20 Medaillen fuhren die 16 NRW-Athleten aus dem Team Deutschland bei der Europameisterschaft der Para-Leichtathleten in Berlin ein. Eine sensationelle Quote, die zeigt, dass Nordrhein-Westfalen im paralympischen Leistungssport bereits jetzt führend in Deutschland ist.

Rennrollstuhlfahrer Alhassane Baldé (SSF Bonn) musste sich nach einem spannenden Rennen über 5000 Meter nur dem Schweizer Weltmeister Marcel Hug geschlagen geben. Foto: Bernd Hoffmann (Beautiful Sports)

Gold-Jungs: Johannes Floors (l.) und Felix Streng. Foto: Bernd Hoffmann (Beautiful Sports)

Johannes Floors nach seinem Sieg über die 400-Meter-Distanz. Foto: Bernd Hoffmann (Beautiful Sports)

Extrem schnell, extrem erfolgreich: Kathrin Müller-Rottgardt gewann Gold über 100 Meter mit, Silber über 200 Meter und Bronze über 400 Meter sowie Silber im Weitsprung. Foto: Bernd Hoffmann (Beautiful Sports)

Beim Ziel, NRW zum paralympischen Zentrum Deutschlands zu entwickeln, sind die NRW-Para-Athleten mit herausragenden sportlichen Leistungen wieder einmal in Vorleistung getreten. Bei den Para-Europameisterschaften der Leichtathleten in Berlin gab es mit 20 Edelmetallen eine wahre Medaillenflut für die Para-Sportlerinnen und Sportler aus NRW. Das freut die NRW-Landesregierung, die in ihrem Koalitionsvertrag das genannte Ziel des paralympischen Zentrums formuliert hat. Und natürlich freut es auch die Sportstiftung NRW, die im Zuge der Neustrukturierung des Leistungssports im Land alleiniger Ansprechpartner für alle Förderfragen rund um den Para-Leistungssport ist.

650 Athletinnen und Athleten aus rund 45 Nationen lieferten sich in der Hauptstadt spannende Wettkämpfe. Mit insgesamt 41 Athletinnen und Athleten ging Bundestrainer Willi Gernemann im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark an den Start. 16 davon, also knapp 40 Prozent, reisten aus Nordrhein-Westfalen an. Und die große NRW-Fraktion sollte für Furore sorgen. Die Ergebnisse im Einzelnen:

  • Johannes Bessell (TSV Bayer Leverkusen) sprintete In der Wettkampfklasse T46 über 1500 Meter auf das Podium – in 4:23,98 Minuten holte er Bronze.
  • Seine Vereinskollegin Irmgard Bensusan sicherte sich über 100 Meter in 13,09 Sekunden die Silbermedaille. Im Finale über 200 Meter in der Startklasse T64 sicherte sich Bensusan die Silbermedaille und verpasste nur um wenige Zehntelsekunden Gold.
  • Rennrollstuhlfahrer Alhassane Baldé (Schwimm- und Sportfreunde Bonn) musste sich nach einem spannenden Rennen über 5000 Meter nur dem Schweizer Weltmeister Marcel Hug geschlagen geben. Nach 11:45,50 Minuten holte sich Baldé Silber, nur Sekundenbruchteile hinter Hug.
  • Zweiter in seiner Startklasse wurde Denis Schmitz (RGS Bönen) über die 100 Meter in 20,21 Sekunden.
  • Kathrin Müller-Rottgardt (TV Wattenscheid 01) hatte das erste Gold für NRW gewonnen. Über 100 Meter in der Startklasse T12 siegte sie in 12,78 Sekunden mit Guide Alexander Kosenkow vor der spanischen und polnischen Konkurrenz. Über 200 Meter gewann sie Silber in 26,47 Sekunden. Und über 400 Meter, die sie im Gegensatz zu den Vorläufen sie erstmals ohne Kosenkow lief (nach eigener Aussage war das der langen Distanz geschuldet), sprintete sie dennoch aufs Podium: Bronze. Und auch im Weitsprung zeigte sie ihre Klasse und sprang starke 5,06 Meter, was für Silber reichte. Damit ist sie eine der erfolgreichsten Athletinnen der Europameisterschaft.
  • Besonders emotional war der Abschied von Heinrich Popow (TSV Bayer Leverkusen). Als letztes sportliches Highlight seiner Karriere schaffte er im Weitsprung 6,24 Meter und holte sich damit Silber.
  • Felix Streng (TSV Bayer Leverkusen) sicherte sich über 200 Meter in der Startklasse T64 die Goldmedaille und schaffte eine Zeit von 21,88 Sekunden.
  • Vereinskollege Johannes Floors gewann in der Startklasse T62 über 200 Meter die Goldmedaille. Streng kam mit einer Sekunde, Floors mit fast drei Sekunden Vorsprung ins Ziel.
  • Auch Sebastian Dietz (BSG Bad Oeynhausen) gelang – im wahrsten Wortsinn – der große Wurf, oder besser: Stoß. Im Kugelstoßen sicherte er sich mit 15,25 Metern die Goldmedaille. Er übertrumpfte seine Konkurrenten um sagenhafte zwei Meter.
  • Ein Höhepunkt der Wettkämpfe war das Finale der 4x100 Meter Staffel der Männer. Hier gelang den favorisierten Leverkusener Athleten Markus Rehm, Felix Streng und Johannes Floors (Vierter Läufer: Phil Grolla, VfB Fallersleben) überlegen der Sieg. In 41,42 Sekunden kamen sie als erste Gruppe ins Ziel und gewannen Gold vor Italien und den Niederlanden.
  • Juliane Mogge (SC Bayer 05 Uerdingen /TV Wattenscheid 01) gewann im Kugelstoßerin mit 9,46 Metern die Bronzemedaille. Die frühere Leverkusenerin Birgit Kober (jetzt TSV 1860 München) holte die Goldmedaille.
  • Erwartungsgemäß holte sich Markus Rehm (TSV Bayer 04 Leverkusen) mit 8,48 Meter Gold im Weitsprung, Startklasse T64. Mit dieser Weite, die neuen paralympischen Weltrekord bedeutete, sprang er sogar weiter als der Europameister der nicht-behinderten Sportler (der Grieche Miltiádis Tentóglou hatte mit 8,25 Metern Gold gewonnen). Sein TSV-Kollege Felix Streng schaffte 7,71 Meter, was für Silber reichte.
  • Über 100 Meter in der Startklasse T64 trafen mit Felix Streng und Johannes Floors zwei große Favoriten aufeinander. Streng hatte in sehr starken 11,23 Sekunden schließlich die Nase vorn, Floors sprintete die Königsdistanz in 11,44 Sekunden. Doch später durfte auch Floors über Gold jubeln: Über 400 Meter in der Startklasse T62 lief der beidseitig unterschenkelamputierte Athlet der Konkurrenz in 47,93 Sekunden davon.

ZAHLEN DATEN FAKTEN

>> Insgesamt holte das Para-Team Deutschland 42 Medaillen, darunter 14 goldene. Im Medaillenspiegel reichte das für Platz fünf. 18 Medaillen, also knapp die Hälfte, steuerten die NRW-Athleten bei. >> Gold / Silber / Bronze: 8/9/3 = 20

>> Erfolgreichste NRW-Athleten waren ...

... Kathrin Müller-Rottgardt mit ihrem Guide Alexander Kosenkow (Gold über 100 Meter mit, Silber über 200 Meter und Bronze über 400 Meter sowie Silber im Weitsprung)

... Felix Streng (Gold über 100 und 200 Meter sowie Silber im Weitsprung) Johannes Floors (Gold über 200 und 400 Meter sowie Silber über 100 Meter)

... Irmgard Bensusan (Silber über 100 und 200 Meter)

... Sebastian Dietz (Gold im Kugelstoßen) Markus Rehm (Gold Weitsprung)

... Markus Rehm, Felix Streng und Johannes Floors (Gold mit der 4x100-Meter-Staffel)

>> Die Athleten des TSV Bayer 04 Leverkusen sammelten insgesamt elf Medaillen (fünfmal Gold, fünfmal Silber und einmal Bronze).