Aktuell

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Über Mentale Stärke

Die Bedeutung von mentalem Training und Sportpsychologie für Nachwuchsathleten war Thema eines besonderen Seminars an der Deutschen Sporthochschule Köln. Ihre Expertise und Erfahrungen aus erster Hand trugen Olympiasiegerin Heike Henkel, Badminton-Ass Lukas Resch und Sportpsychologin Johanna Belz bei.

Initiatoren der Veranstaltung für Masterstudenten waren das Psychologische Institut und die Sportstiftung NRW. 

Hochsprung- Olympiasiegerin Heike Henkel, Badmintonspieler Lukas Resch und Johanna Belz, Geschäftsführerin der Initiative mentaltalent (v.l.)

Der 19-Jährige Lukas peilt die Olympischen Spiele 2024 in Paris an. Seit er mit 16 ins YONEX Badminton-Internat Mülheim/Ruhr zog, trifft er sich regelmäßig mit einem Sportpsychologen von der Initiative mentaltalent.de. "Er weiß, was bei mir ihm Kopf abgeht und wie ich fühle", sagt Lukas.

"Die Chance, so früh sportpsycholgisch betreut zu werden, ist cool. Ich empfand das als sehr professionellen Schritt in meiner Karriere."

Früher rutschte Lukas schnell in eine Negativspirale, erzäht er, verfing sich in seinem Ärger, zum Beispiel wenn der Gegner einen Punkt durch Lukas' Fehler ausgelassen bejubelte. Heute verdankt er seiner erlernten mentalen Stärke "einen der geilsten Tage meines Sportlerebens". Lukas Resch gewann u.a. 2018 dreifach Bronze bei der Jugend-Europameisterschaft.

Sich große und kleine Ziele setzen, empfiehlt die ehemalige Spitzenleichtathletin Heike Henkel. "Auch Traumziele gehören dazu. Mein Rat an alle Sportler: Seid mutig und wagt Höheres!" Heike Henkel ist Botschafterin der Sportstiftung NRW und hält Vorträge als Mentaltrainierin. Man müsse es auch trainieren, sich bildlich vorzustellen, was man erreichen will, um nicht mit seinen Zielen zu "fremdeln".

Henkel selbst hatte mit 20 Jahren keine Lust auf Leichtathletiktraining, wie sie sagt. "Aber auf die Wettkämpfe schon. Das trieb mich an", sagt sie. Andere Athletinnen wie Ulrike Nasse-Meyfahrt inspirierten sie zu Höchstleistungen. Vorbilder zu haben, hält Henkel für wichtig. Ohne ihre größe Niederlage - das frühe Ausscheiden bei den Olympischen Spielen in Seoul 1988 - wäre sie danach nicht so erfolgreich und Olympiasiegerin geworden. "Als ich später vor der gleichen Situation stand, konnte ich die Angst vor dem Scheitern beiseite schieben. Wer Angst hat zu verlieren, kann nicht gewinnen." 

Mehr lesen: Heike Henkel im Interview

Johanna Belz ist Geschäftsführerin der Initiative mentaltalent. Diese ermöglicht den Nachwuchselitesportlern in NRW eine deutschlandweit einzigartige sportpsycholgische Betreuung in Form von Einzelgesprächen und Gruppenworkshops. Es gibt verschiedenen Themenschwerpunkte: "Die meisten Anfragen erhalten wir zum Umgang mit Leistungsdruck", berichtet die Sportpsychologin. In den Workshops gehe es aber auch um Prävention: Etwa den Umgang mit der Doppelbelastung durch Schule und Sport, Entspannungscoaching oder Schlafhygiene.

Mehr lesen: Prof. Dr. Jens Kleinert und Sportpsychologin Johanna Belz vom Psychologischen Institut an der DSHS im Interview

Die Sportstiftung NRW unterstützt mentaltalent.de seit vielen Jahren. Aktuell sind für den Ausbau über 250.000 Euro zugesichert (2020 bis Ende 2021). Talente wie Lukas sollen so den Sprung vom Landes- in den Bundeskader schaffen. Das Projekt soll ihre Persönlichkeitsentwicklung sowie ihre körperliche und psychische Gesundheit fördern.