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Neun Weltrekorde beim Integrativen Sportfest

Vier Welt, einen Europa- und zwei deutsche Rekorden vermeldete das Integrative Sportfest in Leverkusen. Paralympische Athleten rangen mit aufstrebenden Talenten und Athleten ohne Behinderung um die Medaillenplätze. Ganz vorne mit dabei waren Para-Athleten, die von der Sportstiftung gefördert werden.

Im Finale über 200 Meter hatte Johannes Floors (l.) in Weltrekordzeit die Nase vorne.

Johannes Bessell legte über 15.00 Meter deutsche Bestzeit hin und schaffte die Qualifikation für die Tokio 2020.

Tom Malutedi gewann im Hochsprung und blieb unter 12 Sekunden im 100-Meter-Sprint.

Rekordjäger Nummer eins war Johannes Floors, der im Vorlauf mit 10,74 Sekunden eine Hundertstel unter der 100-Meter-Weltrekordmarke blieb. Im Finale steigerte er sich, angetrieben von der Konkurrenz durch Carl Magnus Seeliger und dem Wattenscheider Alexander Kosenkow auf 10,66 Sekunden und gewann das Rennen hauchdünn. Über die 200 Meter ließ der 24-Jährige wieder einen Weltrekord folgen (21,22 Sekunden) „Die Zeiten waren überragend und ich hätte das so aus dem Training heraus nicht erwartet", sagt Floors.

Irmgard Bensusan stellte im Vorlauf über 100 Meter ihren eigenen Weltrekord mit 12,72 Sekunden ein. Über 200 Meter blieb sie acht Hundertstelsekunden unter ihrer Rekordmarke und sprintete nach 26,15 Sekunden ins Ziel – wieder Weltrekord. Die Rekorde müssen noch vom Para-Leichtathletik-Weltverband anerkannt werden, um offiziell zu sein.

Malutedi mit Europarekord auf, Bessell knackt WM-Norm

Gejubelt wurde auch beiTom Sengua Malutedi, der sich im Hochsprung schon für die Weltmeisterschaft im November in Dubai qualifiziert hatte und nun über 100 Meter erstmals unter zwölf Sekunden blieb. Seine 11,85 Sekunden bedeuteten zudem einen neuen Europarekord in seiner Startklasse.

Johannes Bessell rannte mit einem Tempomacher in 4:11,28 Sekunden zur WM-Norm über 1.500 Meter, die gleichzeitig ebenso eine neue deutsche Rekordzeit bedeuteten wie die 5:01,95 Sekunden von Franziska Dziallas auf der gleichen Distanz.

Noah Bodelier sprintete in 12,61 Sekunden zu einer Bestzeit und ließ mit 6,26 Metern eine Bestweite folgen. Das gelang auch Tim Jürgens, der 13,52 Sekunden und 4,76 Meter am Ende stehen hatte. Moritz Hoffmann blieb mit 1:01,77 Sekunden knapp zwei Sekunden unter seiner alten 400-Meter-Bestzeit und Merve Petruck war mit 14,95 Sekunden über 100 Meter und 31,39 Sekunden über 200 Meter schneller unterwegs als je zuvor. Die tollen Bedingungen nutzen konnte auch Bastian Börsch. Er blieb erstmals unter der 14-Sekunden-Marke und landete im Weitsprung mit Bestleistung bei 5,28 Metern. Es waren seine Premierensprünge über fünf Meter.

Insgesamt gab es 17 Bestleistungen der Teilnehmer. Dazu gesellten sich tolle Leistungen der ganz jungen Athletinnen und Athleten, die teilweise ihren ersten Wettkampf machten und am nächsten Morgen beim Schnuppertraining noch wertvolle Tipps von Paralympicssieger Heinrich Popow bekamen.

Auch die internationalen Athleten wussten die Bedingungen zu schätzen, so sprintete der 17-jährige Ntando Mahlangu über 200 und 400 Meter zu einem neuen Weltrekord in seiner Startklasse. Der Brite Kyron Duke stieß im Duell mit Paralympicssieger Niko Kappel 14,19 Meter und klaute dem Deutschen den Weltrekord, wobei auch Kappel mit 13,90 Metern eine gute Weite zeigte. Der Waliser Harrison Walsh stieß 15,50 Meter und freute sich über einen Weltrekord, die Japanerin Erina Yuguchi stellte mit 21,46 Sekunden über 100 Meter ebenfalls eine neue Weltrekordmarke auf. Dazu gab es vier Europa-, drei Asien und drei Afrika-Rekorde. Frederike Koleiski, David Behre, Markus Rehm und Felix Streng konnten krankheits- oder verletzungsbedingt nicht starten.

2020 Last-Minute-Ticket für Tokio?

Parasport-Geschäftsführer Frischmann vom Ausrichter TSV Bayer Leverkusen zog eine positive Bilanz: „Wir hatten einen Teilnehmerrekord und bekamen auch von den nichtbehinderten Teilnehmern viel Lob für die familiäre Atmosphäre. Im kommenden Jahr wird das Integrative Sportfest für die deutschen Athleten die letzte Möglichkeit zur Paralympics-Qualifikation für Tokio sein. Da könnte das Ganze noch mal eine Nummer größer werden. Die Planungen starten schon jetzt.“