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Léon Schäfer toppt sich selbst: 6,99 Meter sind neuer Weltrekord im Para-Weitsprung

Para-Weitspringer Léon Schäfer hat bei den Bayer Classics in Leverkusen seinen eigenen Weltrekord geknackt. Erst elf Tage zuvor hatte der 22-Jährige den alten Bestwert von Heinrich Popow bei den Internationalen Deutschen Para-Leichtathletik Meisterschaften in Singen überboten.

Léon Schäfer, Heinrich Popow und Trainer Karl-Heinz Düe. Foto: TSV Bayer Leverkusen

Léon Schäfer springt bei den Deutschen Meisterschaften mit 6,80 Meter einen historischen Weltrekord. Foto: Nico Feißt.

Im ersten Sprung setzte der oberschenkelamputierte Athlet gleich das erste Ausrufezeichen: 6,88 Meter – neuer Weltrekord. Im vierten Versuch legte er nach und die Sieben-Meter-Marke wackelte bedrohlich. 6,99 Meter wurden gemessen.

Der Weltrekord von Singen über 6,80 Meter war somit eingestellt. Schäfer war bereits mit größeren Ambitionen in den Wettkampf in Leverkusen gegangen. "Dass es jetzt direkt so weit geht, hätte ich nicht gedacht", freut er sich. Leverkusens Parasport-Geschäftsführer Jörg Frischmann war glücklich: "Wir hatten das Weltrekordformular zum Glück vor Ort. Auch Felix Streng überzeugte. Nach längerer Krankheit hakte er mit 7,39 Metern die Norm für die Weltmeisterschaften in Dubai im November ab.

„Es ist schon eine kleine Ehre, meinem Mentor und Kumpel Heinrich Popov den Rekord weggenommen zu haben“, sagte Schäfer bei den Deutschen Meisterschaften. „Das ist Hochleistungssport, es ist nichts stetig, es geht immer weiter“, sagte Karl-Heinz Düe, Schäfers Trainer beim TSV Bayer 04 Leverkusen, der auch schon Popow trainiert hatte. Popow selbst fand lobende Worte für seinen Nachfolger: „Léon ist wie ich vom Kopf her – ein Chaot, der liebt, was er macht. Nicht Standard, sondern eine echte Marke."

Seine Ziele für die WM Ende November in Dubai und die Paralympics 2020 in Tokio formuliert der neue Rekordhalter dennoch defensiv. Perspektivisch möchte Schäfer unter zwölf Sekunden sprinten und als erster Oberschenkelamputierter über sieben Meter springen. Viel fehlt nach den Bayer Classics nicht mehr. Popow glaubt: „Das war erst der Anfang, er hat viel mehr Talent als ich.“

Deutsche Meisterschaften: Bensuan sprintet Weltrekordzeit, Gold für Tietze, Bessell, Dziallas und Malutedi

Neben dem historischen Weitsprung-Weltrekord von Schäfer stellte Irmgard Bensusan bei den Deutschen Meisterschaften ihren Weltrekord über 100 Meter erneut ein. Sie sprintete im Finale über 100 Meter 12,72 Sekunden und lief damit nach Nottwil und Leverkusen zum dritten Mal die gleiche Weltrekordzeit. Mittelstrecklerin Franziska Dziallas rannte über 1500 Meter in 4:59,32 Minuten erstmals unter fünf Minuten und verbesserte ihren eigenen deutschen Rekord.

Erste Plätze gab es für Maria Tietze (200m, Foto), Franziska Dziallas, Johannes Bessell (beide 1500m), Irmgard Bensusan (100 Meter), Tom Sengua Malutedi (Hochsprung) und Léon Schäfer (Weitsprung). Malutedi gewann außerdem zweimal Silber (Hochsprung, 100 Meter), ebenso wie Nele Moos im Weitsprung und über 400 Meter sowie Tim Jürgens im Weitsprung. Bastian Börsch wurde Dritter im Weitsprung.