Die aktuelle Story

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Die aktuelle Story: Isabel, die Beachvolleyballerin

Isabel Schneider ist U23-Weltmeisterin im Beachvolleyball, studiert BWL und plant ihre Entwicklung im Rahmen des Zwillings-Projektes der Sportstiftung NRW.

Isabels bisher größter Erfolg ist der Gewinn der Goldmedaille bei der U23-Weltmeisterschaft 2013 mit ihrer Partnerin Tori Bieneck.

Isabel macht auch in Abendgaderobe beim FELIX Award eine gute Figur.

Die Erkenntnis kam ihr im Sand. Irgendwann während ihres ersten internationalen Einsatzes. „Plötzlich dachte ich, wow, du spielst für Deutschland.“ Das war vor ein paar Jahren als Spielerin während der U18-Europameisterschaften der Beachvolleyballer. Spielen, kämpfen, siegen. Erfolge feiern, Medaillen gewinnen, die eigene Nationalhymne hören. „Das treibt mich an“, sagt Isabel Schneider. 2013 wurde sie U23-Weltmeisterin bei den erstmals ausgetragenen Titelkämpfen im polnischen Myslovice.

Beachvolleyball sei ein cooler Sport mit guter Atmosphäre und vielen Zuschauern, findet Isabel. Zwar zähle es zu den Mannschaftssportarten, aber eigentlich sei es eine Einzelsportart. Ein Duell. Zwei gegen zwei. „Und wenn Du allein da draußen stehst und es um den entscheidenden Punkt geht, dann kommt es auf dich an. Auf niemanden sonst.“ Dann kommt es darauf an, wer den Sport wirklich verstanden hat. Wer den Moment richtig deutet. Wer die Gegenspieler exakt beobachtet, ihr Spiel lesen kann. „Wenn Du mit 18 auf die großen Turniere läufst, ist dir das gar nicht bewusst. Das merkt man erst mit der Zeit.“ Es sei nicht von ungefähr, dass die großen Paare wie die Olympiasieger Julius Brink und Jonas Reckermann die großen Titel und Erfolge erst mit 30 Jahren und älter eingefahren haben. „Unser Sport ist sehr komplex, deswegen brauchst du viel Erfahrung, Geduld und möglichst perfekte Voraussetzungen“, analysiert Isabel Schneider, die Abwehrspezialistin.

Inzwischen arbeitet die 1991 in Olpe im Sauerland geborene Betriebswirtschaftsstudentin mit ihrer ein Jahr älteren Partnerin Teresa Mersmann an den nächsten Zielen: Das Duo von Bayer Leverkusen will sich nach der Juniorenklasse bei den Frauen etablieren. Auch in Deutschland von Platz fünf nach vorne arbeiten. Sie wollen die großen Turniere spielen, und das regelmäßig. Sich Richtung Europa- und Weltmeisterschaften entwickeln. Vielleicht sogar bis zu den Olympischen Spielen. 2016 eventuell, ganz sicher aber ist 2020 fest im Visier. „Wir haben jedes Jahr einen Schritt nach vorne gemacht, auch wenn sich das nicht immer an den Platzierungen in den Bestenlisten festmachen lässt.“

Derzeit ordnen Isabel und Teresa ihrem Sport alles unter. „Wir haben uns nach der Saison 2014 zusammengesetzt, alles analysiert und beschlossen, uns weiter zu professionalisieren. Wir sind von unserem Potenzial überzeugt und haben uns deshalb als Team neu aufgestellt“, sagt Schneider. Während sie bereits in Leverkusen lebte, ist die Partnerin von Münster aus nachgezogen. So wurden aus zwei Trainingsorten einer. „Wir gewinnen so schon mal vier Stunden, die jeweils eine von uns auf der Autobahn verbracht hat.“ Aus zwei Trainern, die die zwei an den jeweiligen Standorten betreuten, ist einer geworden. Ein neuer: Kersten Holthausen ist nun der Coach. Anders als die Trainer bisher, soll er auch auf die internationalen Turniere mitgehen. Gemeinsam feilen die drei intensiv an der Technik und Taktik, arbeiten an den eigenen Stärken und Schwächen, an der Physis und der Psyche. Zum Team zählen auch der Athletiktrainer Lars Knut und Ann-Kristin Barth für die mentale Betreuung.

Doch das ist nur die eine Seite von Isabel Schneider. Genauso umsichtig wie ihren Sport, plant sie ihre berufliche Entwicklung. Dazu nimmt sie am Duale-Karriere-Projekt „Zwilling“ der Sportstiftung NRW teil. Zwar habe sie mit ihrer Teamkollegin das eigene Umfeld ohnehin schon immer selbst organisieren müssen, aber mit den Partnern an der Seite gehe es doch noch leichter von der Hand. „Ich bin noch mal ein Stück besser getaktet als vorher.“ In Zusammenarbeit mit der Sportstiftung NRW hat sie den Olympischen Zyklus bis Rio de Janeiro 2016 durchgeplant. Die Urlaubssemester an der Universität Köln ebenso wie die zeitlich eingepassten Praktika bei Henkel in der Abteilung Human Resources mit dem Schwerpunkt „Employer Branding“. Dort hat sie an der Markenbildung ihres Arbeitgebers begeistert mitgearbeitet. „Das ist genau mein Ding.“ Ihre Interviews mit anderen Praktikanten sind sogar auf der Homepage veröffentlich worden. Auch das hat sie stolz gemacht und selbstbewusster.

„Ich kann nur meinen Hut ziehen vor der Arbeit der Sportstiftung und im Olympiastützpunkt. Es ist sehr wichtig, dass sich jemand darum kümmert, was nach der sportlichen Karriere kommt. Dass sich Beruf und Studium parallel zum Sport entwickeln. Für mich brauche ich diese Sicherheit, um beruhigt meinem Sport nachgehen zu können“ lobt Schneider, denn sie hat damit dann den Kopf frei für die sportliche Entwicklung, den entscheidenden Augenblick. Spielen, kämpfen, siegen. Erfolge feiern, Medaillen gewinnen, die eigene Nationalhymne hören. „Natürlich wollen alle gewinnen. Aber am Ende kommt es darauf an wer mehr investieren kann und es bedingungsloser will.“