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Wirtschaft meets Sport - Captains Day 2013

Beim zweiten Captains Day der Sportstiftung NRW trafen sich Wirtschaftvertreter und Spitzensportler zum Aufbau einer gemeinsamen Community und der Weiterentwicklung des Konzepts "Doppelte Karrieren für Spitzensportler in Sport und Beruf".

Captains Day auf der "boot" 2013

Mit einer Verletzung enden sportliche Karrieren oft schneller als gedacht – und plötzlich steht der Athlet vor dem Nichts. Jahrelang hat sich alles auf den Leistungssport konzentriert und nun? Auch mit einem weniger dramatischen Ereignis enden Sportkarrieren meist lange vor dem Rentenalter und die wenigsten Olympioniken können anschließend von Werbeeinnahmen, Kommentatoren-Jobs oder Trainertätigkeiten leben. Mit ihrem Projekt „Doppelte Karrieren für Spitzensportler in Sport und Beruf“ möchte die Sportstiftung NRW Perspektiven anbieten. Eine ganzheitliche Förderung und langfristige Lebensplanung sollen helfen, die Balance zwischen Training und Ausbildung zu schaffen.

Das Projekt, mit dem zeitnah mindestens 20 hochbegabte Sportler aus 20 Sportarten an 20 Unternehmen vermittelt werden sollen, hat die Sportstiftung gemeinsam mit ihren Sport-Botschaftern und Wirtschaftsvertretern entwickelt. Durch eine gemeinsame langfristige Lebensplanung sollen die geförderten Athleten Studium und Traineeprogramme mit ihrer sportlichen Karriere verknüpfen können. Möglich ist das nur durch die Einbeziehung der Trainer und der Laufbahnberater an den Olympiastützpunkten sowie einem persönlichen Wirtschaftsmentor im Unternehmen, der den jeweiligen Athleten begleitet.

Beim jährlichen Captains Day trafen sich am 25. Januar auf der Messe „boot“ in Düsseldorf Vertreter aller Gruppen, um die ersten Schritte des 2012 gestarteten Projekts Revue passieren zu lassen und weitere Maßnahmen zu planen. So war etwa das bereits erwähnte Verletzungspech für Wasserball-Nationalspieler Julian Real nur „halb so schlimm“, da er die dadurch resultierende Zwangspause kurzfristig für ein Praktikum bei „seinem“ Unternehmen, den Grillo-Werken, nutzte. „Karrieren in Sport und Beruf sind nicht mehr ohne die Unterstützung der Wirtschaft möglich“, sagte auch deren Vorstandsvorsitzender und BDI-Präsident Ulrich Grillo. Der 53-Jährige ist überzeugt, dass eine frühzeitige Begleitung mit Beginn des Studiums für beide – Athlet und Unternehmen – äußerst sinnvoll ist. Grillo tauscht sich daher mit seinem Spitzensportler gerne auch persönlich aus.

Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius, die seit Ende ihrer aktiven Karriere Behindertensportler trainiert, betonte im Interview: „Man kann nicht nur über den Sport nachdenken, ich brauche noch etwas anderes für den Kopf.“ Die Botschafterin der Sportstiftung sieht neben Siegen und Leistungen das Meistern des täglichen Lebens, Sicherheit und Selbstbewusstsein als wesentliche Aspekte der Nachwuchsförderung.

Wie sich Ansprüche von Wirtschaft und Sport sinnvoll miteinander verbinden lassen und eine entsprechende Community bestmöglich aufgebaut werden kann, erarbeiteten die Teilnehmer des Captains Day in Arbeitsgruppen zu den Themen „Erfolg mit Menschen“, „Wege zur Spitzenleistung“, Stress- und Stressmanagement“ sowie „Gesundheit und Körperbefinden“, die von den Wirtschaftsmentoren Ernst Neumann, Manfred Remmel, Dr. Vera-Kristin Grundmann und Dr. Werner Kreuz moderiert wurden.

An zwei Follow-up-Terminen im Jahr 2013 sollen die entstanden Ergebnisse und Aufgaben weiterentwickelt und bearbeitet werden, damit beim Captains Day 2014 noch mehr Best-Practise-Beispiele präsentiert werden können.