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Das Wunder von Mettmann

Auf die Gluthitze 2016 folgte eine Fast-Wasserschlacht in diesem Jahr. Doch der Heide-Rosendahl-Cup 2017, das Charity-Golfturnier der Sportstiftung NRW, blieb nach mehrtägigen Regengüssen bei seiner sechsten Auflage von Schlimmerem verschont. Dabei hatte es kurz vor dem Kanonenstart noch geschüttet wie beim legendären WM-Sieg der deutschen Fußballer 1954 im Wankdorf-Stadion in Bern. Doch damals wie heute: Ende gut, alles gut.

Gespräche über das Wetter sind banal – es sei denn, man richtet ein Golfturnier aus. So hatten die Regenmassen, die in den Tagen zuvor vom Himmel gefallen waren, dem Team der Sportstiftung NRW als Veranstalter sowie den Gastgebern des Golfclubs Mettmann einige Sorgenfalten auf die Stirn getrieben. Die befürchtete Wasserschlacht blieb jedoch aus, sodass der sechste Heide-Rosendahl-Cup nach einem letzten kräftigen Schauer am späten Vormittag doch noch halbwegs pünktlich mit dem Kanonenstart gegen 12.30 Uhr beginnen konnte.

Und als hätten höhere Mächte ein Einsehen gehabt, blieb es für den Rest des Tages ruhig, sodass die rund 60 Mitspieler weitestgehend trocken heimkehrten – abgesehen vom durchnässten Schuhwerk. Dass die Plätze trotz der Witterung gut bespielbar waren, ist dem hervorragenden Zustand der Anlage zu verdanken.

Die Gästeliste las sich abermals wie ein Who-is-Who des deutschen Sports: Die Garde ehemaliger Weltmeister und Olympiasieger wurde angeführt von drei Athleten, die es in die Hall of Fame des deutschen Sports geschafft haben: die Leichtathletik-Doppelolympiasiegerinnen Heide-Ecker-Rosendahl (München 1972), stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sportstiftung NRW und Namenspatin des Turniers, Sportstiftungsbotschafterin Ulrike Nasse-Meyfarth (München 1972, Los Angeles 1984) und Fecht-Doppelolympiasieger Dr. Arnd Schmitt (Seoul, 1988, Barcelona 1992) aus dem Kuratorium der Sportstiftung NRW.

Das Feld ergänzten Dieter Büttner (Deutscher Meister im 400-Meter-Hürdenlauf), Sprinterin Anke Feller (Weltmeisterin 4x400-Meter-Staffel), Hockey-Olympiasieger Dr. Carsten Fischer (Barcelona 1992), Schwimmweltmeister Christian Keller, Speerwerferin Steffi Nerius (Olympisches Silber in Athen 2004), Stabhochspringer Björn Otto (Olympisches Silber, London 2012), Professor Martin Schimke (Basketball-Nationalspieler), Badmintonlegende Marc Zwiebler und Tennisprofi Eva Pfaff.

Zahlreiche Wirtschaftsvertreter sowie bekannte TV-Gesichter wie Claus Lufen runden das knapp 60-köpfige Teilnehmerfeld ab.

Die Sportstiftung NRW veranstaltete den Heide-Rosendahl-Cup dieses Jahr bereits zum sechsten Mal. Als bundesweit größte Initiative eines Landes zur Förderung des olympischen und paralympischen Sports bietet sie den hoffnungsvollsten Talenten über eine finanzielle Unterstützung hinaus auch berufliche Perspektiven. Für diesen ganzheitlichen Ansatz pflegt und erweitert die Sportstiftung NRW ihr Netzwerk aus Wirtschaftsunternehmen in ganz NRW. Der Heide-Rosendahl-Cup ist ein Jahreshighlight, bei dem die von der Sportstiftung NRW initiierte Community „Wirtschaft & Leistungssport“ in lockerer, sportlicher Atmosphäre zusammenkommt.

Neu war der Sporttalk, der als Event im Event am Nachmittag im Clubhaus sechs aktive Athleten und Wirtschaftsvertreter an einen Tisch brachte. Dabei erhielten die Gäste detaillierte Einblicke in das sehr fordernde Leben von Leistungssportlern – beliebtes Thema auch bei der anschließenden Abendveranstaltung, zu der die Stiftung die Athleten eingeladen hatte.

Allen voran konnte der gerade einmal 16 Jahre alte Taekwondokämpfer Ranye Drebes aus Swisttal während der Abendveranstaltung mit einem selbstbewussten Auftritt am Mikrophon deutlich machen, wie groß der zeitliche und finanzielle Aufwand ist. Vor allem für Sportler aus einem sozial schwachen Umfeld sei die kostspielige Leidenschaft nur schwer zu stemmen, schilderte der Jugendweltmeister. Deutlich wurde so, dass Leistungssport in Deutschland abseits der Profisportarten daher nur denjenigen gelingen kann, die sich ein großes Netzwerk an Unterstützern erarbeiten.

Mit der Gewissheit, offenbar ein paar neue Förderer von sich überzeugt zu haben, konnte sich Ranye noch in der folgenden Nacht zu einem Wettkampf nach Warschau aufmachen. Der Tombolaerlös von 2500 Euro, der in diesem Jahr zweckgebunden an den jungen Athleten geht, spricht jedenfalls dafür.

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Ergebnisse

Netto-Wertung

1. Holger Hasse, Geschäftsführer BLV-NRW
und Philipe Kühn (GC Mettmann)
61 Nettopunkte

2. Arnd Schmitt (Doppelolympiasieger Degenfechten, Seoul, 1988, Barcelona 1992)
und Lars Bischoff (GC Krugsdorf)
48 Nettopunkte

3. Björn Otto (Stabhochspringer, Olympia-Silber 2012)
und Norman Virks (Gut Wissmannshof)
47 Nettopunkte

Brutto-Wertung

1. Uwe Schmahl und Holger Gartz (beide Gut Wissmannshof)
33 Bruttopunkte (im Stechen gegen Hans-Werner Neske, Issum, und Rudolf Schmeing, Anholt)