Aktuelles

Athleten erobern die Führungsetagen der Wirtschaft

Beim 3. Captains Day der Sportstiftung NRW berichteten beteiligte Athleten und Unternehmen über ihre Erfahrungen im Projekt „Wirtschaft und Leistungssport“. Bis 2017 sollen 50 weitere NRW-Athletinnen und Athleten an Unternehmen vermittelt werden und so den Grundstein für ihre berufliche Karriere legen können.

Beim 3. Captains Day der Sportstiftung NRW interviewte Moderator Arnd Schmitt (3.v.l.) Athleten und Wirtschaftsvertreter zu ihren Erfahrungen im Projekt Wirtschaft und Leistungssport.

Seit zwei Jahren gibt es das Projekt „Wirtschaft und Leistungssport“ der Sportstiftung NRW, eine Ergänzung der klassischen Dualen Karriere. Aus einer Idee der Botschafter der Sportstiftung NRW entstanden, fördert es Athletinnen und Athleten, die bereits während ihrer aktiven Sportlaufbahn die berufliche Karriere in Angriff nehmen. Neben Sport und Studium sammeln die Projektteilnehmer auch qualifizierende Praxiserfahrungen in einem Unternehmen.

Anke Feller, Vorstandsvorsitzende der Sportstiftung NRW und ehemalige Leichtathletin kennt die Entscheidung zwischen Spitzensport und Beruf aus eigenen Erlebnissen: „Goldmedaillen und Weltrekorde sind die Höhepunkte in der Karriere eines Athleten – für die Zukunftssicherung reichen sie jedoch selten aus. Wer nach sportlichen Erfolgen auch beruflich nach oben kommen möchte, muss sich schon früh einer Mehrfachbelastung aussetzen“, sagt die Weltmeisterin mit der 4x400-Meter-Staffel von 1997, die großen Respekt vor ihren Projektteilnehmern hat.

Denn es ist ein extremer Aufwand, den Sportlerinnen wie Lena Schöneborn auf sich nehmen, um neben der Vorbereitung auf Weltmeisterschaften und Olympische Spiele auch für die Karriere in einem Wirtschaftsunternehmen fit zu werden. Die 27-Jährige, die vor Kurzem ihren Master in „International Marketing Management“ abgeschlossen hat, verbringt fast jede freie Minute im Bonner Post Tower oder dem Büro in der Serviceniederlassung der Deutschen Post in Berlin, um dort ihr mehrjähriges Traineeprogramm mit verschiedenen Aufgaben im Marketing zu absolvieren. Der Einsatz im Job wurde inhaltlich und zeitlich auf das bisherige Studium beziehungsweise die Trainings- und Wettkampftermine der Olympiasiegerin im Modernen Fünfkampf abgestimmt – gemeinsam mit der Personalabteilung der Deutschen Post DHL, ihren Trainern und dem Laufbahnberater des Olympiastützpunktes. Im Unternehmen wird sie von einem persönlichen Mentor betreut, der in die aktuelle Drei-Jahres-Planung Rio 2016 der Athletin involviert ist und mit dem sie einen regelmäßigen Austausch pflegt.

„Es ist ein hoher Einsatz und mir bleibt wenig Zeit für etwas anderes, aber ich weiß diese Chance sehr zu schätzen“, sagt die Athletin der SSF Bonn, die positiv in die Zukunft blickt: „Meine sportliche Karriere wird irgendwann in den Dreißigern zu Ende sein und ich versuche schon jetzt den Grundstein für meine nächste Laufbahn zu legen.“

Neben Schöneborn sind bereits 14 weitere Athletinnen und Athleten in das Projekt der Sportstiftung NRW eingestiegen und lernen das Berufsleben in Unternehmen wie Henkel, Daimler, TÜV Rheinland und GEA oder auch in Anwaltskanzleien und Krankenhäusern kennen. Beim 3. Captains Day am 24. Januar 2014 auf der Messe „boot“ in Düsseldorf stellte die Sportstiftung NRW die Sportlerinnen und Sportler sowie ihre jeweiligen Mentorinnen und Mentoren vor. Olympiasieger und Nachwuchsspitzenathleten trafen bei der Veranstaltung auf hochrangige Wirtschaftsvertreter, die sich bereits im Feld der doppelten Karrieregestaltung engagieren oder daran interessiert sind.

Im Podiumsgespräch stellte Gudrun Blankenhaus, Head of Management Development der GEA AG, die Anforderungen an ein Unternehmen beziehungsweise einen Mentor dar: „Grundsätzlich sollte schon eine gewisse  Sportbegeisterung vorhanden sein, um die Betreuung eines Athleten zu übernehmen. Wer sich mit der Aufgabe richtig auseinandersetzt, wird jedoch sehr viel Spaß daran haben. Leistungssportler bringen einfach schon einige wichtige Skills wie Leistungsbereitschaft, Motivation und Durchhaltevermögen mit.“ Alexander Schneider, Abteilungsleiter Berufsausbildung und HR Marketing bei der Deutschen Post DHL ergänzte: "Glauben Sie mir: Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen und haben Lena Schöneborn nicht eingestellt, weil sie eine gute Athletin ist - sondern weil sie eine tolle Mitarbeiterin mit hervorragenden Qualifikationen ist."

Bei dem Community-Lunch von Wirtschaftselite und Sportelite gaben die Initiatoren des Projekts „Wirtschaft und Leistungssport“ neben dem Einblick in bisherige Veranstaltungen auch einen Ausblick auf künftige Planungen: Rund 50 weitere Athletinnen und Athleten sollen bis 2017 mit passenden Unternehmen zusammengebracht werden. Um die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Leistungssport weiter zu intensivieren, wird die Sportstiftung NRW wie in den vergangenen Jahren Veranstaltungen wie „Follow-ups“ zum Captains Day oder Trainerqualifizierungen ausrichten. Inhalte der Veranstaltungen sind zum Beispiel die Themen „Zeitmanagement“, „Schutz vor Burn-out“ und „Bestmögliche Förderung von High Potentials“, zu denen sich Vertreter aus Wirtschaft und Sport austauschen und voneinander lernen. Ein wesentliches Ziel der kommenden Jahre ist es, alle NRW-Schwerpunktsportarten in diese Art der ganzheitlichen individuellen Förderung einzubeziehen und Planungen wie Abläufe soweit wie möglich zu standardisieren. Doch neben dem beruflichen Einstieg stehen bei allen Projektteilnehmern auch die sportlichen Erfolge ganz oben auf der To-Do-Liste.
Zeitpunkt zur Überprüfung der ersten Teilziele ist Januar 2015. Messechef Werner M. Dornscheidt hat bei seiner Begrüßung bereits wieder herzlich eingeladen, auch den 4. Captains Day auf der „boot“ auszurichten – im Umfeld faszinierender Wassersporterlebnisse werden alle Beteiligten die bis dahin erfolgten Entwicklungen präsentieren.

Aktuelles

Athleten erobern die Führungsetagen der Wirtschaft

Beim 3. Captains Day der Sportstiftung NRW berichteten beteiligte Athleten und Unternehmen über ihre Erfahrungen im Projekt „Wirtschaft und Leistungssport“. Bis 2017 sollen 50 weitere NRW-Athletinnen und Athleten an Unternehmen vermittelt werden und so den Grundstein für ihre berufliche Karriere legen können.

Beim 3. Captains Day der Sportstiftung NRW interviewte Moderator Arnd Schmitt (3.v.l.) Athleten und Wirtschaftsvertreter zu ihren Erfahrungen im Projekt Wirtschaft und Leistungssport.

Seit zwei Jahren gibt es das Projekt „Wirtschaft und Leistungssport“ der Sportstiftung NRW, eine Ergänzung der klassischen Dualen Karriere. Aus einer Idee der Botschafter der Sportstiftung NRW entstanden, fördert es Athletinnen und Athleten, die bereits während ihrer aktiven Sportlaufbahn die berufliche Karriere in Angriff nehmen. Neben Sport und Studium sammeln die Projektteilnehmer auch qualifizierende Praxiserfahrungen in einem Unternehmen.

Anke Feller, Vorstandsvorsitzende der Sportstiftung NRW und ehemalige Leichtathletin kennt die Entscheidung zwischen Spitzensport und Beruf aus eigenen Erlebnissen: „Goldmedaillen und Weltrekorde sind die Höhepunkte in der Karriere eines Athleten – für die Zukunftssicherung reichen sie jedoch selten aus. Wer nach sportlichen Erfolgen auch beruflich nach oben kommen möchte, muss sich schon früh einer Mehrfachbelastung aussetzen“, sagt die Weltmeisterin mit der 4x400-Meter-Staffel von 1997, die großen Respekt vor ihren Projektteilnehmern hat.

Denn es ist ein extremer Aufwand, den Sportlerinnen wie Lena Schöneborn auf sich nehmen, um neben der Vorbereitung auf Weltmeisterschaften und Olympische Spiele auch für die Karriere in einem Wirtschaftsunternehmen fit zu werden. Die 27-Jährige, die vor Kurzem ihren Master in „International Marketing Management“ abgeschlossen hat, verbringt fast jede freie Minute im Bonner Post Tower oder dem Büro in der Serviceniederlassung der Deutschen Post in Berlin, um dort ihr mehrjähriges Traineeprogramm mit verschiedenen Aufgaben im Marketing zu absolvieren. Der Einsatz im Job wurde inhaltlich und zeitlich auf das bisherige Studium beziehungsweise die Trainings- und Wettkampftermine der Olympiasiegerin im Modernen Fünfkampf abgestimmt – gemeinsam mit der Personalabteilung der Deutschen Post DHL, ihren Trainern und dem Laufbahnberater des Olympiastützpunktes. Im Unternehmen wird sie von einem persönlichen Mentor betreut, der in die aktuelle Drei-Jahres-Planung Rio 2016 der Athletin involviert ist und mit dem sie einen regelmäßigen Austausch pflegt.

„Es ist ein hoher Einsatz und mir bleibt wenig Zeit für etwas anderes, aber ich weiß diese Chance sehr zu schätzen“, sagt die Athletin der SSF Bonn, die positiv in die Zukunft blickt: „Meine sportliche Karriere wird irgendwann in den Dreißigern zu Ende sein und ich versuche schon jetzt den Grundstein für meine nächste Laufbahn zu legen.“

Neben Schöneborn sind bereits 14 weitere Athletinnen und Athleten in das Projekt der Sportstiftung NRW eingestiegen und lernen das Berufsleben in Unternehmen wie Henkel, Daimler, TÜV Rheinland und GEA oder auch in Anwaltskanzleien und Krankenhäusern kennen. Beim 3. Captains Day am 24. Januar 2014 auf der Messe „boot“ in Düsseldorf stellte die Sportstiftung NRW die Sportlerinnen und Sportler sowie ihre jeweiligen Mentorinnen und Mentoren vor. Olympiasieger und Nachwuchsspitzenathleten trafen bei der Veranstaltung auf hochrangige Wirtschaftsvertreter, die sich bereits im Feld der doppelten Karrieregestaltung engagieren oder daran interessiert sind.

Im Podiumsgespräch stellte Gudrun Blankenhaus, Head of Management Development der GEA AG, die Anforderungen an ein Unternehmen beziehungsweise einen Mentor dar: „Grundsätzlich sollte schon eine gewisse  Sportbegeisterung vorhanden sein, um die Betreuung eines Athleten zu übernehmen. Wer sich mit der Aufgabe richtig auseinandersetzt, wird jedoch sehr viel Spaß daran haben. Leistungssportler bringen einfach schon einige wichtige Skills wie Leistungsbereitschaft, Motivation und Durchhaltevermögen mit.“ Alexander Schneider, Abteilungsleiter Berufsausbildung und HR Marketing bei der Deutschen Post DHL ergänzte: "Glauben Sie mir: Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen und haben Lena Schöneborn nicht eingestellt, weil sie eine gute Athletin ist - sondern weil sie eine tolle Mitarbeiterin mit hervorragenden Qualifikationen ist."

Bei dem Community-Lunch von Wirtschaftselite und Sportelite gaben die Initiatoren des Projekts „Wirtschaft und Leistungssport“ neben dem Einblick in bisherige Veranstaltungen auch einen Ausblick auf künftige Planungen: Rund 50 weitere Athletinnen und Athleten sollen bis 2017 mit passenden Unternehmen zusammengebracht werden. Um die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Leistungssport weiter zu intensivieren, wird die Sportstiftung NRW wie in den vergangenen Jahren Veranstaltungen wie „Follow-ups“ zum Captains Day oder Trainerqualifizierungen ausrichten. Inhalte der Veranstaltungen sind zum Beispiel die Themen „Zeitmanagement“, „Schutz vor Burn-out“ und „Bestmögliche Förderung von High Potentials“, zu denen sich Vertreter aus Wirtschaft und Sport austauschen und voneinander lernen. Ein wesentliches Ziel der kommenden Jahre ist es, alle NRW-Schwerpunktsportarten in diese Art der ganzheitlichen individuellen Förderung einzubeziehen und Planungen wie Abläufe soweit wie möglich zu standardisieren. Doch neben dem beruflichen Einstieg stehen bei allen Projektteilnehmern auch die sportlichen Erfolge ganz oben auf der To-Do-Liste.
Zeitpunkt zur Überprüfung der ersten Teilziele ist Januar 2015. Messechef Werner M. Dornscheidt hat bei seiner Begrüßung bereits wieder herzlich eingeladen, auch den 4. Captains Day auf der „boot“ auszurichten – im Umfeld faszinierender Wassersporterlebnisse werden alle Beteiligten die bis dahin erfolgten Entwicklungen präsentieren.